1. Polyamorie 02


    Datum: 01.06.2022, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byBlackHatNCat

    ... ihr.
    
    Ihr Blick wanderte langsam herum. Ich legte meinen Finger an ihr Kinn und drehte den Kopf zu mir. Lena schluckte. Ihre Augen glänzten. „Neeeein!", ermahnte ich sie „Keine Eifersucht und keine Tränen! Siehe es doch mal so: Solange die beiden miteinander beschäftigt sind, hast du mich für dich allein." Ein scheues Lächeln huschte über ihr Gesicht. Die Mundwinkel zuckten, ihr Blick ging kurz zu Yasi und Lisa. Die hatten ihre Umwelt komplett vergessen, lagen sich in den Armen und küssten sich zärtlich.
    
    Bevor Lena weiter Trübsal blies, zog ich sie in meine Arme und zeigte ihr, wie sehr ich sie liebte, bis die anderen mitmischen wollten.
    
    Von da an hatte ich nicht nur drei süße Weihnachts-Elfen bei mir im Bett, sondern auch ständig um mich herum im Haus. Sie trugen die Mützen als Zeichen der Eintracht, sogar wenn wir unterwegs waren.
    
    Nun standen wir gemeinsam an der Tür und ich sah zu, wie sich Lisa von Lena und Yasi verabschiedete. Es war, als würde sie auf eine lange Reise gehen und nicht nur für ein paar Stunden zur Schule. Diesmal musste ich sie drängen, damit wir endlich loskamen. „Lisa, nun mach hin! Dein Unterricht fängt bald an."
    
    „Keine Panik, Papa! Ist doch der letzte Schultag", machte sie einen auf gelassen. „Da wichteln wir doch nur untereinander und essen Weihnachtskekse."
    
    Sie hob ihre Hände und schüttelte leicht die Dose. In der anderen hielt sie ein kleines, weihnachtlich verpacktes Geschenk. Weiter hatte sie nichts dabei.
    
    „Okay, dann ...
    ... Abflug!", rief ich, stutzte zugleich, als mein Blick an Lisa hinab wanderte.
    
    Sie hatte nur ihre langen geringelten Strümpfe, den kurzen Rock und einen farblich passenden Pullover an. Dazu den Schal und ihre Kappe. „Bist du nicht etwas zu luftig angezogen? Wie wäre es mit einer Jacke? Es ist ziemlich kühl heute."
    
    „Papa!", erhob sie die Stimme. „Kälte kann einer Weihnachtselfe nichts anhaben. Unsere innere Wärme schützt uns doch!" Sie rollte mit den Augen und stöhnte: „Warum muss ich dir das jedes Jahr erklären?"
    
    Stimmte, das war jedes Jahr ihre Ausrede. Was soll's, dachte ich. Eigentlich hatte sie ja recht, den kurzen Weg bis zum Auto würde sie nicht erfrieren. Beim Anblick meines süßen Engels spürte ich, was sie meinte. Ihre innere Wärme übertrug sich auf mich. Augenblicklich wurde mir warm ums Herz. Ich öffnete meine Jacke.
    
    Zufrieden grinsend hakte sich Lisa bei mir unter und verließ mit mir das Haus.
    
    * * *
    
    Nachmittags, nachdem Lisa mit dem Bus aus der Schule kam, wurden die Haare geschnitten. Lena saß bereits auf einem Stuhl in der Küche. Mit der neuen Schere schnitt Yasi ihre Spitzen wie ein Profi.
    
    „Hey toll, ihr habt ja schon angefangen. Dann können wir eher los, den Weihnachtsbaum holen", strahlte uns Lisa von der Tür an.
    
    „Komm rein Lisa. Willst du zuerst was essen, oder soll ich dich als Nächste schneiden?", fragte Yasi, dabei wischte sie ein paar Haare vom Umhang und band ihn auf. Lena war fertig.
    
    „Sieht echt gut aus, besser hätten es die beim ...
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