1. Feuer und Wasser


    Datum: 30.06.2022, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byarne54

    ... vor dieser ersten Begegnung nach langer Zeit gefürchtet, auf der anderen Seite hatte er es kaum erwarten können, Elvira wiederzusehen.
    
    "Mmmmh, kann ich verstehen", meinte Patrick, "was glaubst du was das bei mir für ein Chaos war, bis ich endlich meine Frau in die Arme schließen konnte, ohne Angst haben zu müssen, es könnte gleich wieder vorbei sein."
    
    "Oh je, ich und Elvira. Wir uns in die Arme schließen? Von was träumst du denn nachts? Ehe es dazu kommt, gehen zwei Eiszeiten übers Land."
    
    "Mensch Jürgen, DU bist doch der Schriftsteller. DU schreibst doch die ganzen Geschichten. DU hast doch die Phantasie, also lass dir was einfallen. Es kann ja sein, dass es bei Vira etwas länger dauert, aber glaube mir, es lohnt sich. Sie ist ein Vollblutweib, das seine wahren Gefühle viel zu lange versteckt und verborgen hat. Es muss nur der richtige Mann kommen, der dieses Dornröschen wieder wach küsst."
    
    "Du sagst es, mein Freund", meinte Jürgen trocken. "ihre Stacheln habe ich ja schon zu spüren bekommen. Aber ich möchte gerne mehr als das von ihr kennen lernen."
    
    "Dann lass nicht locker, sei standhaft und behandle sie als eigenständigen Menschen und als die Frau, die sie ist. Dann kommst du zum Ziel." Kaum war Patrick weg, da kam auch schon der Servicetechniker mit dem neuen Rechner. Daraufhin war der Tag gelaufen.
    
    *
    
    Elvira stürmte in die Eisdiele.
    
    „He, he, mal ganz langsam, Vira", meinte Arne. „Wo brennt es denn?"
    
    „Wo ist er? Wo ist der Kerl?", fauchte ...
    ... sie.
    
    „Wer? Jürgen? Hier nicht."
    
    „Da sehe ich auch. Aber wo? In der Früh ist er aufgetaucht wie ein Geist aus dem Nebel und dann war er weder im Markt, im Café und bei dir ist er auch nicht. Wo ist er?"
    
    „Elvira, wo wird er sein? Er ist am Umziehen, Patrick hat mit ihm die Möbel aufgebaut und sein Computer muss eingerichtet werden. Er hat keine Zeit, Mädchen. Er muss seine Sachen einräumen, sein Bett montieren, den Schrank aufbauen und für alles einen Platz suchen. Du weißt doch, was in einem Haushalt alles anfällt. Und dann hat er auch noch seine Arbeit. Gib ihm etwas Zeit. Warum willst du ihn eigentlich sehen? Ist ja was ganz Neues."
    
    „Das geht dich gar nichts an, Arne. Er kann aber nicht einfach nach zwei Monaten zurückkommen und einfach so mir nichts, dir nichts, mir fast einen Herzinfarkt verursachen, indem er so unangemeldet am Straßenrand sitzt und mir frech zuwinkt."
    
    Elvira war völlig aufgelöst und schien den Tränen nah. Arne machte einen Schritt auf sie zu und nahm sie in seine Arme. Sie versteifte sich kurz, dann lehnte sie sich an ihn.
    
    „Doch Vira, das kann er. Du weißt, wie du ihn abgekanzelt und behandelt hast. Warum sollte er dir überhaupt freundlich begegnen? Du bist mit ihm so unmöglich umgegangen, wie du jeden anderen Kerl, den du nicht magst, auch behandelst. Aber Jürgen ist nicht so wie die anderen. Du musst ihm nur die Gelegenheit geben, es dir zu zeigen. Schau ihn dir genau an, höre ihm zu wenn er etwas sagt und dann entscheide, wie du dich ...
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