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Feuer und Wasser
Datum: 30.06.2022, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byarne54
... tobten und schimpften und die Pilcherfraktion und unabhängige Autoren stellen sich geschlossen hinter Jürgen. Schimpfworte und Beleidigungen flogen hin und her und als es kurz vor einer Schlägerei war, schlug der oberste Boss mit der flachen Hand auf den Tisch. Er schloß die Versammlung, ermahnte die Anwesenden, Ruhe und Zurückhaltung zu bewahren und bat Jürgen anschließend noch zu einem Vier-Augen-Gespräch. Das verlief sehr harmonisch und als Jürgen fragte, wie er weiter verfahren sollte, meinte der Verleger nur: ""So, wie bisher, Herr Reissner. Ihre Umsatzzahlen und die eingegangenen Leserbriefe und Anfragen von anderen Verlagen zeigen, dass sie gar nicht so falsch liegen. Den Vorabdruck ihres Romans wollte ich eigentlich an einen Fachverlag weiterreichen, der sich auf solche Sachen spezialisiert hat, aber dann haben wir uns entschlossen, das Risiko einzugehen und ihn selbst auf den Markt zu bringen. Ein paar Leseproben haben wir ja schon veröffentlicht und das Interesse war riesig. Wenn es ihnen recht ist, setze ich einen erfahrenen Verlagslektor dran, der ihren Entwurf in eine druckbare Form bringt. Er wird sich mit ihnen in Verbindung setzen und das Ganze mit ihnen redigieren. Die Erfahrung geht ihnen noch ab, ab das kommt schon noch. Ich hoffe, dass es kein Einzelwerk bleibt. Und nehmen sie die Ausfälle von Herrn E. nicht allzu persönlich, obwohl sie das waren. Aber er kommt mit der Rolle, nicht mehr die absolute Nr. 1 im Verkauf zu sein, nicht gut zurecht und der ...
... Rückgang seiner Aufträge und Verkäufe haben sein Weltbild erschüttert. Entweder passt er sich an die Situation an, oder er wird über kurz oder lang untergehen. So ist die Lage auf dem Büchermarkt. Wer nicht gelesen, also gekauft wird, der verschwindet aus den Buchläden und Regalen." Jürgen verlies F. mit der Zuversicht auf dem richtigen Weg zu sein und einer stattlichen Zulage auf seinem Konto. Sein Verleger wusste ja nicht, wer oder was der Grund am Umschwung seiner Schreibart war und Jürgen war der Meinung, das sei alleine seine Sache. So kam er wieder in seinem Dorf an und als er wieder zuhause war, erkannte er, dass sich nichts geändert hatte. Gar nichts. * So ging der Winter vorbei, Jürgen hatte sich in seine Arbeit vertieft und schrieb jeden Tag mehrere Stunden. Er fing wieder an sich abzusondern, verließ seine Wohnung nur noch um einzukaufen. Abends, in den einsamen Stunden, griff er wieder zu seiner Flöte, begann zuerst mit Griffübungen, dann nahm er sich die Noten vor und langsam gewann er wieder an Können. Aber die Lieder, die er spielte waren traurig und getragen und halfen auch nicht, ihn wieder aufzurichten. Dafür hatte er an Ende des Winters den Entwurf für seinen zweiten Roman fast fertig. Der Eisiglu hatte den Winter über geschlossen und Jürgen traf Arne und Melanie nur zufällig einmal im Supermarkt. Sie schleppten ihn ins Café und redeten mit ihm. Arne gratulierte ihm zum kommerziellen Erfolg seiner beiden Serien, erkannte aber schnell, dass ...