1. Feuer und Wasser


    Datum: 30.06.2022, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byarne54

    ... Scheiben und Jürgen beschloß sich an die Balkontür zu setzen und das Schauspiel zu betrachten. Er holte sich ein Glas Wein aus der Küche nahm sich einen Stuhl und machte es sich bequem.
    
    Der Regen und der Wind wurden stärker, die Tropfen größer und der Lärm, mit dem sie gegen die Fensterscheiben schlugen, wurde lauter.
    
    Was war er froh, dass er zuhause war und dem Toben des Sturmes aus der warmen Stube zuschauen konnte.
    
    Ein ungeheuer lauter Donnerschlag ließ ihn zusammenzucken und dann schlugen Hagelkörner gegen die Fenster und prasselten auf den Balkon. Von hier aus sprangen sie in alle Richtungen davon und verursachten einen Lärm, der ihm schon fast in den Ohren schmerzte. Blitze zuckten und tauchten das Halbdunkel in ein gespenstisches Licht. Wer jetzt draußen von dem Gewitter überrascht wurde, der tat ihm leid.
    
    Dann ließ der Hagel nach, aber dafür wurde der Regen umso stärker. Es goss in Strömen, so dass er das Gebäude gegenüber durch die Wasserwand fast nicht erkennen konnte. Es rauschte, als würde er an einem Wasserfall sitzen.
    
    Jürgen richtete er sich auf. Er glaubte etwas gehört zu haben. Wieder läutete die Türglocke. Wer mochte denn bei diesem Sauwetter da draußen sein?
    
    Noch einmal das Läuten, diesmal schon heftiger.
    
    Er sprang auf, eilte zur Wohnungstür und öffnete sie.
    
    Und glaubte seinen Augen nicht zu trauen.
    
    *
    
    ELVIRA!!!
    
    Sie war doch im Urlaub? Und wie sah die denn aus?
    
    Wie eine getaufte Maus.
    
    Nass bis auf die Haut, das Wasser ...
    ... lief in kleinen Bächen aus ihren Haaren und durchnässte ihre Bluse. Und es mag unpassend klingen, aber jetzt konnte Jürgen zum ersten Mal ihren niedlichen kleinen Busen sehen, oder besser gesagt den BH, der ihn verdeckte.
    
    Sie schaute ihn mit weit aufgerissenen Augen an und tropfte derweil den Boden voll.
    
    „Wir müssen reden!", stieß sie hervor. Sie zitterte vor Kälte und brachte die Worte fast nicht hervor, so klapperten ihre Zähne.
    
    „Wir müssen reden!", wiederholte sie.
    
    Er fasste ihre eiskalte Hand, zog sie in die Wohnung und schloss die Tür.
    
    „Aber nicht so", meinte er und nahm sie mit ins Bad.
    
    Er stellte eine kleine Wanne auf die Waschmaschine und schaltete den Heizstrahler ein. Jetzt musste es schnell gehen und da konnte er keine Widerworte gebrauchen.
    
    „Los, ausziehen!", sagte er bestimmt.
    
    Elvira starrte ihn entsetzt an und wich einen Schritt zurück.
    
    „Die nassen Klamotten kommen in die Wanne und dann vor die Tür stellen. Da stehen Shampoo und Duschgel." Er zeigte auf ein Regal neben dem Waschbecken.
    
    Er holte ein großes Badetuch, ein normales Handtuch und einen Waschlappen aus einem kleinen Schrank. Dann öffnete er die Duschkabine.
    
    „Da dreht man das Wasser auf, hier dreht man warm oder kalt und dort schaltet man zwischen Brause und Duschkopf hin und her. Hinter der Badtür hängt ein warmer Bademantel und in dem Filzschuh an der Wand sind Hausschlappen. Ein Paar müsste dir passen. Ich bügele inzwischen deine Kleider trocken. Ach ja, deine Schuhe ...
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