1. Feuer und Wasser


    Datum: 30.06.2022, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byarne54

    ... sie sich seit einiger Zeit unwohl und ging zum Arzt. Sie meinte sie wäre schwanger, aber der Doktor verneinte das und meinte, es wäre wohl nur eine Hormonstörung. Und diese Störung geht jetzt mit eurer Tochter Hand in Hand im Park wie ein verliebtes Pärchen spazieren."
    
    Er stutzte, als ihm auffiel, was er eben gesagt hatte. „Eurer Tochter".
    
    Jürgen schaute Elvira an und die nickte.
    
    „Kann man so sagen, Patrick. Unser Kind wird in drei Wochen Achtzehn, da wird es langsam Zeit, dass ich die Zügel ein wenig lockerer lasse und sie ein wenig mehr Freiheiten bekommt. Und da gehört ein Freund wohl dazu. War bei mir auch nicht anders."
    
    Sie warf Jürgen einen verliebten Blick zu.
    
    „Wie die Mutter, so die Tochter. Ich hoffe dass wir beide den Richtigen gefunden haben."
    
    Es wurde noch ein lustiger Nachmittag. Das Publikum wechselte, die verwunderten Blicke blieben und am Montagmorgen würden die Neuigkeiten im Blätterwald rauschen. Mona und Boris waren wieder gekommen, nachdem sie alles Wissenswerte vom anderen erfahren hatten und wichen keinen Zentimeter voneinander. Als Patricks Familie aufbrach bekam Boris von Mona noch ein kleines Küsschen und er drückte sie fest an sich, was bei Elvira einen skeptischen Blick und eine hochgezogene Augenbraue hervor rief.
    
    Als Jürgen fragte, wohin es nun gehen sollte, da meinte Elvira: „Zu dir, deinen Schlafanzug holen. Du bleibst heute Nacht bei uns. Wir haben gestern etwas angefangen und ich mag es nicht besonders, wenn Dinge ...
    ... unerledigt bleiben."
    
    Mona schnappte überrascht nach Luft und Jürgen fragte sich, ob sie heute noch einmal aus dem Staunen und Wundern herauskommen würde.
    
    In seiner Wohnung packte er eine kleine Tasche mit Dingen die er mitnehmen wollte. Elvira lehnte einen Kaffee ab (zu viel und zu spät) und holte sich ein Mineralwasser aus dem Kühlschrank. Mona ging in der Wohnung umher und begutachtete alles, was sie für interessant hielt.
    
    Dann wurden ihre Augen groß. Sie hatte Jürgens stahlblaue Querflöte entdeckt und eilte zu ihm hin.
    
    „Du spielst Flöte? Ein Cantabile Modell. Toll! Ich spiele Klarinette, eine Yamaha 650."
    
    „Zwei- oder Vierzylinder?", fragte er.
    
    Auf ihren verständnislosen Blick mischte sich Elvira ein.
    
    „Yamaha ist auch eine Motorradfabrik, Schatz."
    
    Mona setzte ein schiefes Grinsen auf.
    
    „Scherzkeks!"
    
    „Wahrscheinlich spielst du die Klarinette besser als ich meine Tröte. Ich habe viel zu viele Jahre ausgesetzt und bin ziemlich aus der Übung."
    
    „Das macht doch nichts. Spielst du mir ein klein wenig vor, nur ein bisschen", bettelte Mona.
    
    Jürgen nahm die Flöte vom Ständer, kontrollierte den Zusammenbau und setzte das Mundstück an die Lippen. Die ersten Töne kamen erst ein wenig zögerlich, aber dann wurde er sicherer und spielte den beiden Damen eine freie Improvisation von Jethro Tull´s „We Five Kings".
    
    Als er geendet hatte, nickte Elvira anerkennend und Mona klatschte begeistert Applaus.
    
    Er wehrte verlegen ab.
    
    „War doch nicht so toll", meinte ...
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