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Marlene
Datum: 07.07.2022, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byAlexis_Q
"Bitte schildern Sie mir doch, was Sie zu mir geführt hat", sagte die Psychiaterin. Paulina sah zu ihr auf und versuchte, auf der Couch eine bequeme Position zu finden, was ihr allerdings nicht gelang. Sie atmete tief durch und bereitete sich im Geist darauf vor, ihre Geschichte zu erzählen. "Okay. Also, alles hat damit begonnen, daß mein Liebhaber mit mir Schluß gemacht hat..." "Hast du Lust auf noch eine Runde?" Sie lagen nackt miteinander im Bett, ihre Körper noch erhitzt vom Liebesakt. Paulina rauchte eine Zigarette. "Weißt du, da ist etwas, über das ich mit dir reden muß...", begann Robert zögernd. "Ja? Du hast doch nicht beschlossen, deine Alte endlich zu verlassen?", gab Paulina lachend zurück. "Nein, es ist...sie hat rausgefunden, daß wir ein Verhältnis miteinander haben." - "Was?" Paulina starrte ihn fassungslos an. "Und was hast du ihr gesagt?" - "Was sollte ich ihr sagen? Ich mußte ihr versprechen, die Sache zu beenden." - "Die Sache? Das mit uns ist also nur eine Sache für dich?" - "Nein, natürlich nicht. Es ist bloß...ich habe zwei Kinder mit ihr, was soll ich denn tun?" - "Und das sagst du mir, nachdem du mich gevögelt hast?" "Es tut mir leid. Ich wollte es dir vorher sagen, aber ich habe es einfach nicht fertiggebracht." - "Ach ja? Aber mir den Schwanz nochmal in die Möse zu stecken hast du fertiggebracht." Paulina sprang wutentbrannt auf und begann sich anzukleiden. "Warte doch, laß uns darüber reden." - "Es gibt nichts zu reden. Wir sind fertig ...
... miteinander, du Arschloch." "Das hat Sie sicher sehr getroffen", meinte die Psychiaterin. "Getroffen? Ich war fuchsteufelswild. Am liebsten hätte ich ihm die Eier abgeschnitten. Entschuldigen Sie." - "Schon in Ordnung. Sie können hier offen ihre Gefühle ausdrücken, das ist gut. Was haben Sie dann getan?" Paulina stieg in ihr Auto und fuhr ziellos durch die Gegend. Sie war wütend auf Robert, aber noch mehr auf sich selbst. Hatte sie denn wirklich geglaubt, dieses Verhältnis würde zu irgendetwas führen? Verdammt, sie war fünfunddreißig und hatte schon ewig keine echte Beziehung mehr gehabt. Stattdessen hatte sie sich die letzten zwei Jahre von einen verheirateten Mann vögeln lassen. Vielleicht war sie einfach zu unreif, eine echte Bindung einzugehen. Auf der verlassenen dunklen Landstraße stieg sie kräftig aufs Gas und beobachtete, wie sich die Tachonadel hundertfünfzig näherte. "Tja, und dann stand mir dieser blöde Baum im Weg." - "Sie hatten einen Unfall?" - "Ja. Es war ein ziemlicher Bums." - "Wollten Sie sterben?", fragte die Psychiaterin geradeheraus. "Nein. Ja, vielleicht. Ach, ich weiß nicht. Ich schätze, es war mir egal. Wenn ich draufgegangen wäre, hätte es mir jedenfalls nicht viel ausgemacht." - "Erzählen Sie weiter." "Ich erinnere mich nur noch daran, daß der Wagen zu brennen begann, dann habe ich das Bewußtsein verloren. Aber vorher...habe ich noch diese Frau gesehen." Paulina zögerte. "Eine Frau?", hakte die Psychiaterin nach. "Ja. Sie hat durch das ...