1. Grober Sand 05


    Datum: 28.07.2022, Kategorien: Nicht festgelegt, Autor: byLoreleyColter

    „Sir, es tut mir leid!"
    
    Der Colonel steht über ihm und sieht mit Verachtung auf ihn hinunter. „Sie haben sich nicht an meine Befehle gehalten."
    
    „Aber ... Bane ... Er hat keine Resultate geliefert!"
    
    Ein Tritt gegen die Schulter befördert Chuck zu Boden. „Na und? Habe ich Ihnen befohlen einzuschreiten?"
    
    „Nein, Sir. Aber ..." Er rappelt sich wieder auf die Knie.
    
    Noch ein Tritt. „Sie werden nur noch genau das tun, was ich Ihnen sage, und nicht mehr, verstanden?"
    
    „JA, SIR!"
    
    „Kriegen Sie es endlich in Ihren Schädel, sonst wiederholt sich die letzte Nacht, bis Sie es begriffen haben!" Der Colonel seufzt und überlegt. „Sie gehen jetzt in den Zellenblock und werden Bane helfen. Das heißt, dass Sie ihm holen, was er braucht, und seine Anweisungen befolgen. Sie treten nicht ohne Aufforderung in Aktion, ist das klar?"
    
    „Ja, SIR!" Er kniet auf dem Boden und hält sich das Schlüsselbein.
    
    „Gut. Haben Sie Fragen?"
    
    „Ja, Sir. Was soll das alles? Wir wissen doch schon --„
    
    Der Colonel verpasst ihm eine schallende Ohrfeige. Also überlegt er noch einmal gründlich, welche Frage er stellt. „Wann soll ich Ihnen Meldung machen?"
    
    „Morgen Früh um Null Fünfhundert. Keine Minute später."
    
    „Jawohl, Sir."
    
    „Gehen Sie. Und bauen Sie nicht nochmal so eine Scheiße."
    
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    Nachdem mein Arm für lediglich angeknackst befunden wurde, begebe ich mich wie befohlen vom San-Zelt schnurstracks zurück in die Gefängnisbaracke. Was ich vorfinde, ...
    ... missfällt mir gewaltig. Zwei Drittel des Rat Packs. „Was habt ihr hier verloren?" Argwöhnisch beäuge ich Bones und Scotty, die vor dem Gitter herumlungern.
    
    Bones grinst. „Wir wollten nur mal gucken."
    
    „Verzieht euch."
    
    Sie trollen sich ohne Widerworte und ich bin wieder allein in der Wachstube. Sie hockt in der Zelle, einen Arm an das Gitter gekettet, und beobachtet mich. „Was ist mit Ihrem Gesicht passiert?"
    
    Die Frage nervt mich. Ich koche sowieso schon innerlich und weiß nicht, was ich tun soll. Also setze ich mich erst mal und atme tief durch. Mein Blick fällt auf die Kamera an der Decke. Der Colonel sieht bestimmt zu.
    
    Was geht hier vor sich? Irgendwie ist alles falsch. Ich muss logisch an die Sache rangehen. Im Kopf sammle ich die wenigen Informationen, die mir zur Verfügung stehen.
    
    Vor drei Tagen kam sie hier an. Ist einfach vor dem Lager aufgetaucht, eine Frau in einer Burka. Ich kann mir vorstellen, wie viele Waffen auf sie gerichtet waren. Die Wachen dachten bestimmt, dass sie von den Taliban geschickt wurde, um sich in die Luft zu sprengen.
    
    Ich habe Gerüchte gehört, wie es abgelaufen ist. Sie ging ganz langsam auf das Tor zu, mit ausgebreiteten Armen. Dann blieb sie etwa hundert Meter vor der Wache stehen und enthüllte ihr Gesicht. Die hellen Haare und die weiße Haut versetzten die Soldaten in Verwunderung. Sie stand dort und wartete. Nach einer Weile, in der sich niemand an sie heran getraut hatte, streifte sie die Burka ab, kniete sich nackt in den Sand ...
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