1. Grober Sand 05


    Datum: 28.07.2022, Kategorien: Nicht festgelegt, Autor: byLoreleyColter

    ... dämmert es mir. 'Der Colonel hat es dir verboten?'
    
    Chuck nickt und weicht meinem Blick aus. Wieso schämt er sich?
    
    „Habt ihr euch bald mal fertig beraten?" Sie sitzt da und tappt ungeduldig mit dem Fuß. „Ich muss pinkeln."
    
    Chuck springt auf. „Komm nach draußen!"
    
    Meine Güte, was ist denn plötzlich in ihn gefahren? Mit einem Kopfschütteln verschließe die Zellentür und nehme der Gefangenen von außen die Handschelle ab, damit sie sich erleichtern kann, dann folge ich Chuck ins Freie.
    
    Es dämmert und die Kälte beginnt von den Bergen herunterzukriechen. Es sind nur noch wenige Soldaten im Lager unterwegs, aber ich senke dennoch die Stimme. „Was ist los mit dir? Vor ein paar Stunden warst du noch ganz heiß auf sie."
    
    Er tritt von einem Bein auf das andere und weicht meinem Blick aus. „Ja. Schon. Aber der Colonel ..."
    
    „Mein Gott, bist du mit ihm verheiratet oder was? Er wird schon nicht eifersüchtig werden!"
    
    Chuck reißt die Augen auf. „Alter, sei bloß vorsichtig!"
    
    „Was, willst du mir noch eine reinhauen?" Ich breite die Arme aus. „Komm nur her!"
    
    Er sieht mich verständnislos an und ich kapiere, dass er nicht wegen der Schwulen-Unterstellung so heftig reagiert hat. „Der Mann hat sicher besseres zu tun, als um die Ecke zu stehen und zu lauschen. Warum hast du so dermaßen Schiss vor ihm? Ich denke, du bist sein Protegé?"
    
    „Ja, aber ..."
    
    „Was?"
    
    „Du hast wirklich keine Ahnung, oder?" Er sieht sich nervös um. „Bane, hör auf mich: Stelle dich nicht gegen ...
    ... den Colonel!"
    
    Er geht mir gewaltig auf den Sack mit seinen Andeutungen. Ich packe ihn an der Schulter und plötzlich keucht er leise und stößt mich weg. „Nicht ...!" Er geht auf Abstand und sieht mich gequält an. Sein Gesicht verrät eine Spur von Angst, dann schaut er weg und seufzt schwer. Zögernd zieht er die Schulter seines T-Shirts zur Seite und lässt mich die blau geschwollene Schürfwunde sehen.
    
    „Das stammt nicht von unserer Prügelei" ist alles, was mir dazu einfällt.
    
    „Das passiert, wenn man nicht tut, was er sagt."
    
    Ich schüttle verständnislos den Kopf. „Chuck, was ..."
    
    Er weicht meinem Blick aus. Sekundenlang ringt er mit sich, bevor er weiterspricht. „Und das hier passiert, wenn man sich seinen Befehlen ganz offen widersetzt." Er zieht das Shirt aus dem Gürtel. Kurzentschlossen hebt er es an. Seine Rippen, sein ganzer Brustkorb und der Bauch sind übersät von dunklen Prellungen. „Gestern Nacht, als du auf der Krankenstation warst, bin ich hergekommen und habe sie auf eigene Faust verhört. Ich wollte dir helfen, weil ich gesehen habe, dass du es nicht allein schaffst." Er steckt sein Shirt eilig zurück in die Hose. „Der Colonel hatte uns gesagt, dass du sie bearbeiten sollst, aber ... Bane, ich weiß, dass du mich für das größte Arschloch unter der Sonne hältst, aber ich bin dein Kamerad. Ich wollte dir helfen ..."
    
    Mein Hirn dreht sich. Ich verstehe nicht, was er da redet.
    
    „Er hat mich erwischt." Chuck schließt für einen Moment die Augen und als er sie ...
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