1. Grober Sand 05


    Datum: 28.07.2022, Kategorien: Nicht festgelegt, Autor: byLoreleyColter

    ... und wir schreiten zur Tat."
    
    Er kneift die Augen zusammen. Einen Moment lang sieht es so aus, als würde er mir widersprechen, doch dann zieht er los.
    
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    Als ich die Baracke wieder betrete, sitzt sie in die Decke gewickelt auf der Pritsche. Sie sieht noch blasser aus als vorher und ihre Pupillen sind geweitet. „Sergeant ..." Die Stimme zittert.
    
    Die Veränderung an ihr macht mich wachsam. Ich bleibe stehen und verschränke die Arme. „Was?"
    
    „Sergeant, bitte." Sie steht auf und kommt mit wackeligen Schritten auf das Gitter zu. „Bitte ..." Ihr Hände legen sich um die Stäbe und sie sinkt auf die Knie. „Ich ..."
    
    In mir drin regt sich etwas, das sich wie Mitleid anfühlt.
    
    „Sergeant Bane, ich ... bitte ... ich sage alles. Ich kann nicht ..." Zwei kleine Tränen laufen ihre Wangen hinunter. Sie zittert und schwitzt. „Ich will hier raus!"
    
    „Dann rede." Vielleicht ist sie endlich weich geworden. Vielleicht ... nein. Sie war bis jetzt zu widerspenstig, um schon einzuknicken. Oder doch?
    
    „Ich ... oh Gott, bitte. Ich kann nicht mehr!" Sie fällt auf alle Viere und fängt an zu schluchzen. Unter ihrem Schniefen und Heulen höre ich noch ein „Ich will nach Hause!"
    
    Irgendwas ist faul. Das ist zu einfach. Zu schnell.
    
    Ich entriegele die Zellentür und ziehe sie ein Spalt weit auf. Das Mädchen kauert am Boden und hat die Hände über den Kopf gelegt. Sie lugt mit roten Augen unter ihrem Arm hervor und sieht zu mir auf. „Sir, bitte ... bitte nicht!"
    
    Ich ...
    ... sammle alles schauspielerische Talent und lege so viel Ruhe und Sanftheit in meine Stimme wie ich kann. „Keine Angst, ich werde dir nichts tun." Sämtliche Muskeln sind gespannt. Ich schiebe die Tür auf, betrete die Zelle. Gehe neben dem bebenden Häufchen Elend in die Hocke und will vorsichtig die Hand auf ihre Schulter legen.
    
    Im selben Moment springt sie geduckt auf und hechtet auf mich zu. Sie will mir den Kopf zwischen die Beine rammen, aber sie prallt gegen meinen gerade noch rechtzeitig erhobenen Arm. Dennoch wirft sie mich mit erstaunlicher Kraft auf den Rücken. Sofort ist sie über mir und krallt nach meinem Gesicht. Sie erwischt mich mit den Fingernägeln. Ich spüre, wie sie ein paar Hautfetzen mitnimmt, bevor ich sie von mir herunter und auf den Bauch werfen kann. Mit meinem ganzen Gewicht lasse ich mich auf sie fallen. Ihre Wirbel knirschen.
    
    „Kleine, falsche Schlange!" Ich ramme ihr den Ellbogen gegen den Hinterkopf und sie wird schlaff.
    
    Ihre Besinnungslosigkeit gibt mir genug Zeit, die Utensilien in die Zelle zu holen, die ich mir vor Stunden im Lager besorgt habe. Ich lege den Holzstuhl mit dem Rücken auf den Boden und zerre die Gefangene auf die Beine. Sie ist noch immer halb betäubt, aber sie beginnt sich zu wehren. Das beflügelt nur meine Wut. Ich trete ihr in die Kniekehlen, und sie stürzt genau dorthin, wo ich sie haben will. Ich fessle ihre Handgelenke an die Stuhlbeine und die Füße an die Streben der Lehne.
    
    Langsam aber sicher wird sie wieder wach. Sie ...
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