1. Gutenachtgeschichte


    Datum: 05.09.2022, Kategorien: Nicht festgelegt, Autor: byegonhoppe73

    ... zu, dass ich gewonnen habe und morgen früh abreisen kann? Oder sollen wir weitermachen?"
    
    Sprechen war für sie im Moment nicht möglich, also nickte sie langsam, während Tränen aus ihren Augen strömten. Sie war überrascht als er diese sanft wegwischte und weitersprach.
    
    „Letzte Nacht habe ich darüber nachgedacht und ich habe mich gefragt, ob du aufgeben würdest, bevor ich damit fertig bin, dich zu demütigen. Es gibt noch eine Sache, die ich dir gerne antun würde."
    
    Entsetzt starrte sie ihn an, als er sie anlächelte.
    
    „Aber du musst zustimmen."
    
    Sein Lächeln wurde breiter.
    
    „Verrückt," dachte sie, „er ist vollkommen verrückt geworden." Warum sollte sie zu irgendetwas zustimmen, das sie ja bereits verloren hatte? Während er aufstand, sah sie zu, wie er Giselle bat, ihm das Mikrofon zu bringen und mit aufgeregter Stimme begann zu sprechen.
    
    „Ich danke Ihnen allen, dass Sie gekommen sind. Das war eine wundervolle Erfahrung für mich und ich hasse es Sie zu verlassen. Ich weiß, dass es schwierig sein wird Freunde wie Sie zu finden und auch eine so großartige Partnerin in meiner Darbietung wie Oana, die auch eine hervorragende Sportlerin ist."
    
    „Sie hat mir vor ein paar Tagen gesagt, dass sie nicht möchte, dass ich gehe und dass sie, wenn ich meine Meinung ändere und bleibe, einen giftigen Apfel essen würde, der sie einschlafen lässt und niemals aufwacht, bis ein erster Kuss aus Liebe sie erreicht. Sie sagte, sie würde ihn mitsamt dem Kern essen, während wir alle ...
    ... dabei zusehen. Ich spreche von dem Apfel, den sie gerade dort auf das Stroh abgeworfen hat."
    
    Das Publikum schnappte nach Luft.
    
    „Ja, meine Damen und Herren. Können Sie glauben, dass sie das tun würde, nur damit ich bleibe? Was denken Sie? Soll ich zulassen, dass sie ihn isst? Will jemand, dass ich bleibe?"
    
    Beifall und Jubel stiegen zu einem Crescendo an, bevor er seinen Arm hob.
    
    „Also gut", akzeptierte er. „Ich werde es tun. Aber vielleicht wird Oana ihre Meinung ändern. Ich kann euch sagen, dass ich das nicht machen würde, wenn ich an ihrer Stelle wäre. Mal sehen, was sie tut."
    
    Als er sich bückte und sie ansah, blitzten ihre Augen vor Wut und ihr Mund verzog sich vor Zorn. Da lächelte er sie an, ging zu der Stelle, an welcher der Apfel gelandet war und bückte sich um ihn zu inspizieren. Dann hob er den Kopf und hielt sich die Nase mit den Fingern zu, während das Publikum lachte.
    
    Würgegeräusche kamen aus Oanas Mund. Alle sahen, dass sie sich sehr bemühte, sich nicht zu übergeben. Sie begann nach Luft zu schnappen und ihr Körper wand sich wild. Es sah so aus, als würde sie sich vom Apfel entfernen. Das Publikum beobachtete sie still und angespannt.
    
    Nicu ging zu ihr, beugte sich vor und flüsterte ihr zu.
    
    „Ich habe den Apfel vor dem Publikum verborgen als ich ihn aufgehoben habe. Einige Male habe ich ihn dann kräftig im Stroh und auch gegen mein Hosenbein gewischt. Ich sehe im Moment nichts darauf."
    
    In den nächsten zwei Minuten war nichts zu hören, ...
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