1. Die Reise der USS-Ariel 04


    Datum: 16.09.2022, Kategorien: Berühmtheiten Autor: by_Faith_

    ... die Wahrheit sagte.
    
    Die Fratze des Klingonen auf dem Hauptbildschirm bekam Bildstörungen. Seine Kommandozentrale flackerte unter Stromausfällen und sein Gesicht spiegelte Panik wider. Er schlug mit der Faust auf ein Bedienpult und fragte mit verrauschtem Tonsignal: »Was ist das?«
    
    »Ein kleiner Borg-Virus, den wir in dem Videosignal versteckt haben. Er schaltet ihr Piratennest, bis auf die Lebenserhaltung, systematisch ab.«
    
    »Das Eindämmungsfeld der Gefängnisquartiere bricht zusammen«, meldete Lt. Menita, »Ich habe alle siebenundzwanzig Personen in die Krankenstation gebeamt.«
    
    »Siebenundzwanzig?«, fragte der Commander irritiert. Seine Chefingenieurin, die immer noch mit dem Schiff verbunden war, erklärte: »Unsere siebzehn Crewmitglieder und zehn Trillfrauen -- alle ohne Symbionten.«
    
    »Das können sie nicht machen!«, tobte der Halb-Klingone mit verrauschtem Ton. Sein Bildsignal war kaum noch zu erkennen.
    
    »Doch. Kann ich«, sagte der Commander, »Wir werden uns an der Duraniumpanzerung ihres Warbirds bedienen, um unsere Hülle zu reparieren, und ihre Waffensysteme werden wir dauerhaft unbrauchbar machen, damit dies wahrhaft ein Ort des Friedens wird.«
    
    *
    
    Am dritten Tag nach dem Gefecht stand der Commander an einem Turbolift und wartete, während er einen Lagebericht auf einem Display las. Die Crew war vollauf mit Reparaturen beschäftigt, während sie in der Nähe der Station blieben. Admiral Cuz verweigerte jede Zusammenarbeit und litt mit seiner verbliebenen Crew ...
    ... unter dem Borg-Virus, das seine Station bis auf die Lebenserhaltung lähmte. Dabei musste er mitansehen, wie seine Basis um zahlreiche Panzerplatten und sämtliche schweren Waffensysteme erleichtert wurde. Die Bajoraner waren eine große Hilfe. Ihre wendigen Abfangjäger ersetzten die Shuttles bei den Außeneinsätzen.
    
    Als sich die Türen des Turbolifts öffneten, sah der Commander eine Frau aus der zweiten Generation in der Kabine stehen. An ihrem kurzen pinkfarbenen Haarschnitt erkannte er sie als Pia. Neben ihr kniete eine Trillfrau, die ein knappes Kleid und ein Lederhalsband trug. Die Farbtupfen, die sich von ihren Schläfen seitlich am Gesicht nach unten zogen, waren unverkennbar für die Trill. Von dem Halsband führte eine Leine zu Pias Händen.
    
    »Was soll das?«, fragte der Commander und zeigte auf die Leine. Die Trillfrau schreckte zusammen, senkte ihren Kopf und küsste seine Schuhspitzen.
    
    »Das ist eine von den Sklavinnen, die sie befreit haben«, erklärte Pia.
    
    »Sie ist keine Sklavin mehr!«, sagte der Commander und trat einen Schritt zurück. Es war ihm unangenehm, dass die Frau seine Schuhe küsste. Sie folgte ihm demütig auf Knien, um seine Schuhe weiterhin küssen zu können.
    
    »Sie war lange Zeit ihres Lebens Sklavin -- sie weiß nicht mehr, was Freiheit bedeutet und fürchtet sich davor«, sagte Pia, »Ohne das Halsband hat sie Angst.«
    
    Der Commander wirkte überfordert. Pia ging neben der Frau in die Hocke und legte ihre Hand auf deren Wange, um sie von den Schuhen des ...