1. Die Geliebte


    Datum: 05.01.2023, Kategorien: Bisexuell, Autor: SuzieQ

    ... "es gibt Tage, Momente oder Abende, an denen ich ihn gern bei mir hätte, aber er steht nicht zur Verfügung." "Und was tust Du dann", hakte ich nach. "Dann bin ich auf mich selbst angewiesen", gab sie sehr offen Auskunft. Ich staunte, mit so viel Offenheit hatte ich nicht gerechnet, schließlich kannten wir uns ja nicht. Zumindest kannte sie mich nicht.
    
    Diese Tage, Momente oder Abende, an denen Holger mir nicht zur Verfügung steht, kannte ich inzwischen auch, nämlich immer dann, wenn er bei ihr war. "Ich kenne das", gab ich unumwunden zu, "und ich hasse das. Mir fehlt dann einfach die Körpernähe, die Haut des anderen, sein Geruch. Mit sich allein zu sein, ist einfach nur Ersatzbefriedigung. Ich will das Verlangen eines anderen spüren, dann geht es mir gut." "Du verstehst mich", ging Klaudia sofort auf mich ein. Wir waren beim vertraulichen "Du" gelandet.
    
    "Magst Du noch mit zu mir kommen", fragte Klaudia mich, "heute ist so ein Tag, wo er irgendwie geschäftlich gebunden ist, und ich mag nicht allein sein." Bei ihr zuhause angekommen in einer gemütlichen Dreizimmerwohnung fragte sie mich, ob ich einen Piccolo mittrinken wolle. "Gerne", stimmte ich zu. "Und Du", fragte Klaudia, nachdem wir angestoßen hatten, "wie steht es mit Deinem Sexleben, bist Du liiert?" "Verheiratet", gab ich offen zu, "aber auch mir steht mein Mann nicht immer zur Verfügung, wenn ich es möchte." "Und ... ist heute so ein Tag?" Klaudia sah mich fragend an. Holger war tatsächlich geschäftlich ...
    ... unterwegs.
    
    Ich legte ihr eine Hand auf ihren Unterarm: "Ja", war meine schlichte Antwort. Klaudia ließ meine Hand dort, wo sie war und blickte mich irisierend an. Mir wurde plötzlich ganz warm. Konnte es sein, daß diese Frau mich ebenso plötzlich in ihren Bann zog? Es war die Frau, die mit meinem Mann schläft. Es war die Frau, die ich auskundschaften wollte.
    
    Es war ja keineswegs so, daß ich einer anderen Frau nicht schon mal näher gekommen war. Ich erinnerte mich an diese Claudia mit "C". Ich war wohl doch etwas ausgehungert in den letzten drei Monaten, als Holger mir abhanden zu kommen drohte. Was wollte ich hier, was machte ich hier?
    
    Klaudia übernahm das Ruder, sie nahm es mir aus der Hand, um im Bild des U-Boot-Kommandanten zu bleiben. Sie näherte sich meinem Mund und leckte sich verführerisch über die Lippen. Entglitt mir gerade sie Situation? Nein, ich entdeckte eine Chance darin. Wenn mein Mann mit ihr schlief, wenn er mich mit ihr betrog, dann war es mein gutes Recht, den Spieß umzudrehen. Ich würde ihn mit ihr betrügen, und sie würde ihn mit mir betrügen. Zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.
    
    Etwas anderes kam hinzu. Es wurde immer offensichtlicher, daß Klaudia und ich auf einer Welle segelten. Wir kannten uns gerade mal keine zwei Stunden, und es hatte gefunkt zwischen uns beiden. Klaudia legte einen Arm um mich und wir küssten uns. Zunächst ganz zart nur auf die Lippen, und dann immer verlangender kamen unsere Zungen ins Spiel.
    
    Sie rutschte mit ihrem Sessel ...
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