1. Polyamorie 03 - Prolog


    Datum: 02.03.2023, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byBlackHatNCat

    ... es wirklich nicht leicht. Erst heute habe ich 400 Euro für den Wagen hinblättern müssen, sonst könnten wir nicht zum Festival fahren. Und unsere Tochter wirft ihr Geld für irgendwelche Interneteinkäufe zum Fenster raus. Was hat sie denn da schon wieder bestellt?", hörte ich ihn Mama in der Küche anschreien. Ich beschloss dazwischenzugehen. Er sollte aufhörte, sie vollzutexten. Mama konnte nichts dafür, dass er so wenig verdiente. Sie gab sich Mühe, alles so günstig wie möglich einzukaufen, und sorgte dafür, dass es uns an nichts fehlte. Sie schaffte es sogar, etwas bei Seite zu legen, damit hin und wieder ein Ausflug oder dieses Konzert drin war.
    
    Ich platze hinein. „Das sind bestimmt meine neuen Schuhe. Schließlich kann ich die Kunden im Markt doch nicht barfuß bedienen oder machst du so was?"
    
    Alex drehte sich erschrocken zu mir um. Sofort wurde es still. Er schluckte seine nächste Bemerkung herunter und gab kleinlaut zu: „Natürlich nicht." Doch gleich darauf hatte er schon ein neues Ziel für seinen Frust gefunden. „Hätte man die Schuhe nicht hier in einem Laden günstiger bekommen können, die haben doch gerade überall Angebote?"
    
    „Du weißt doch gar nicht, wie viel die Schuhe kosten. Außerdem gab es die hier in keinem Geschäft und im Internet sind sie doch immer billiger als im Laden. Das ist doch mit unseren Waren genauso, oder warum glaubst du, kommen immer weniger Kunden ins Geschäft, sondern bestellen lieber übers Internet. Glaubst du, die kommen, weil du so ein ...
    ... ‚freundlicher Verkäufer' bist. Dann wohl doch eher, weil ich in sexy Schuhe herumlaufe."
    
    Das saß! Alex sagte nichts mehr. Er plumpste auf seinen Stuhl. War auch besser so. Damit war vorläufig Ruhe. Ich schnappte das Paket und verschwand in mein Zimmer.
    
    Geladen, wie ich noch war, warf ich es zunächst aufs Bett und hängte meine Jacke über den Stuhl. Dann riss ich den Karton mit bloßen Händen auf und zog meine neuen High Heels heraus.
    
    Knallrot, 11,5 cm Absätze. Voll geil! Damit war ich gleich eine halbe Lieblingsschwanzlänge größer. Sie passten wie angegossen. Superbequem, auch wenn man mit dem Pfennigabsatz aufpassen musste. Anfangs war es immer ungewohnt in neuen hochhackigen Schuhen zu laufen, aber das würde schon werden, schließlich waren sie eigentlich keine Kleidungsstücke, sondern Angelhaken für Männer.
    
    Von draußen hörte ich Mama mit Alex weiter streiten. Sie wollte, dass er sich bei mir entschuldigte, damit auf der Fahrt keine miese Stimmung herrschte. Ich wartete.
    
    Sofort nach dem Klopfen kam er auch schon in mein Zimmer.
    
    „Kannst du nicht warten, bis ich herein gesagt haben?", rief ich ihn zum x-ten Mal zur Räson.
    
    „Entschuldigung, Lena. Soll ich wieder gehen?"
    
    „Nein, jetzt bist du ja schon drin", entgegnete ich vorwurfsvoll und strafte ihn mit meinem Todesblick. „Was willst du?"
    
    „Lena, es tut mir leid, ich wollte nicht schreien. Aber versetz dich doch auch mal meine Lage. Ich habe gerade 400 Euro für den alten Wagen blechen müssen. Neue Bremsen ...
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