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Das Aschenputtel
Datum: 28.06.2023, Kategorien: Sonstige, Autor: lost_of_mind
... zugestimmt. Sie würde ihr den Unterhalt des Vaters und das Kindergeld überlassen, ihr Kinderzimmer jedoch sofort untervermieten, sollte sie jemanden dafür finden. Ich war einerseits erleichtert, zumindest ihr eigener Alltag war finanziert. Andererseits etwas unter Druck, denn ihr Rückweg war damit verbaut und viel Erfolgszwang belastete unsere frische Beziehung. Dorothea war einfach Feuer und Flamme, so ungestüm und enthusiastisch wie es eben nur die Jugend sein kann. Der erste Einkauf war ein riesiger Kleiderschrank, der eine komplette Wand vollständig bedeckte, ganzflächig verspiegelt, der sichtbare Rest schwarz. Warum eigentlich ausgerechnet Schwarz? Ein riesiger Schuhschrank, farblich passend zur vorhandenen Garderobe im Flur. Ein wirklich großer Spiegelschrank fürs Bad, zwei Frauen könnten den aber mühelos füllen. Ein moderner Schrank fürs Wohnzimmer, vorwiegend für Unterhaltungselektronik, aber alle Geräte könnten darin geschickt verborgen werden, diesen Schrank und einen kleinen Couchtisch konnten wir zum selber zusammenbauen gleich mitnehmen. Weiterhin bekam ich nochmal zwei weitere von den superpraktischen kugelgefüllten Sitzsäcken, genau dieselben wie ich sie schon Zuhause hatte. Der zweite Weg führte in einen Elektromarkt daneben, wo ein großer flacher Fernseher, ein DVD-Player und eine kleine Anlage beschafft wurden. Im Grunde hatte ich nicht viel zu melden, außer zum bezahlen. Früher oder später hätte das alles sowieso angeschafft werden müssen, nur ...
... wäre meine Wahl etwas preiswerter ausgefallen, verteilt über mehrere Monatsgehälter. Den Abschluss bildete ein Modemarkt und ein Schuhmarkt, ebenfalls in dem Industriegebiet daneben. Hier jedoch war ich ehrlich froh, dass sie sich anscheinend von ihrem Schmuddellook etwas trennen wollte, sie wählte für ihre Verhältnisse sehr feminine und elegante Garderobe, schöne Unterwäsche, passend dazu auch echt feminines und zierliches Schuhwerk, richtig mit Absatz, was mich am meisten erstaunte. Ihre ausgetretenen Cowboystiefel und die schäbige Lederjacke konnte ich ehrlich gesagt nicht mehr sehen, besonders die Lederjacke schien schon wieder zu Leben. Der kleine Wagen war bis unter das Dach voll bepackt, die restlichen Möbel sollten die nächsten Wochen geliefert werden. Die Wohnung voller, das Konto umso leerer, aber irgendwie bedrückte mich das im Moment nicht sonderlich. Ich gab Doro vor dem Ausladen einen eigenen Schlüssel für meine Wohnung, den sie komentarlos wegsteckte. Den Abend verbrachten wir mit dem Aufbau des nur mittelgroßen Wohnzimmerschrankes. Das war sehr lustig, vor allem nach ein paar Gläsern Wein war die Bereitschaft dem Plan zu folgen immer geringer, schließlich stand dann doch das Teil und die Elektronik wurde eingeräumt. Der kleine Tisch wehrte sich am wenigsten. Ich war stolz, zumindest das Wohnzimmer war jetzt komplett und auch recht ansehnlich, so könnte ich jederzeit Gäste empfangen. Benebelt vom Wein wollte Doro noch unbedingt eine Modenschau mit ihrer ...