1. Das Aschenputtel


    Datum: 28.06.2023, Kategorien: Sonstige, Autor: lost_of_mind

    ... sie gerade gut.
    
    "Was hast du hinter deinem Rücken, Doro?" "Schwarz!" "Wie schwarz?" "Ich war heute im Drogeriemarkt und habe schwarze Tönung für deine Haare besorgt." Bisher hoffte ich es wäre nur immer ein Spaß von ihr gewesen, aber sie machte Ernst. "Du meinst, Doro, ich sollte...?"
    
    "Ja klar, und zwar jetzt gleich!"
    
    Ich konnte mich gerade noch meines Mantels und meiner Stiefel entledigen, auf dem Weg ins Bad fiel auch eilig mein Kleid zu Boden, als Doro schon ein Handtuch für den Wannenrand rollte und warmes Wasser in die Wanne rauschte. Sie arbeitete fühlbar routiniert, das machte sie sicher nicht zum ersten Mal.
    
    Ich genoss ihre geschickten Finger auf meiner Kopfhaut, das massieren, ihre Aufmerksamkeit für mich, wie ihre Beine meinen gebückten Oberkörper seitlich berührten. Früher war abends in meiner Wohnung immer Ruhe und Einsamkeit. Ich hätte wahrscheinlich alles von ihr an mir machen lassen, nur um ihre Anwesenheit und Aufmerksamkeit zu verlängern.
    
    "Kuck!" Doro rubbelte mit einem Handtuch noch die letzte Feuchtigkeit aus meinem Haar, nahm einen Handspiegel auf damit ich das Ergebnis auch von hinten Begutachten konnte.
    
    "Hmmm ja..." Der eigene Anblick war etwas ungewohnt, zumal meine Haare recht struwelig umher standen. Es sah sogar richtig Frech aus.
    
    "Also ich finde das sieht Rattenscharf aus!" Beteuerte Doro. "Wenn du jetzt noch mit Haarspray fixieren würdest, das macht dich 10 Jahre jünger.
    
    Ja, so langsam begann ich mich mit dem neuen Look ...
    ... etwas anzufreunden. Die kräftige glänzende Farbe ließ mich tatsächlich etwas flotter, durchaus jünger wirken, vor allem wenn die Haare offen und etwas wirr mit viel Volumen waren.
    
    "So lassen wir das!" Bestimmte Doro. "Das nächste Mal färben wir richtig." Sie erwartete keine Zustimmung von mir. Sie fand es so und damit Basta. Ich drehte mich mehrmals vor dem Spiegel. So wirklich unrecht hatte sie nicht. "Das passt auch besser zu deinem Korsett aus Leder. Ziehst du das bitte jetzt an? Bevor du uns was Kochst?" Es war zwar ein Bitte in der Aussage, aber eines welches keinen Widerspruch duldete. Zuerst wollte ich in vorahnung an die Unbequemlichkeiten des Korsetts noch widersprechen, sah ihr lange direkt in die Augen, holte Luft. Bis ich dem Blick nicht mehr Standhielt.
    
    Ich ging gebrochen ins Schlafzimmer, dicht gefolgt von Doro. Sie beobachtete mich mit verschränkten Armen genau beim Entkleiden, wie ich meine zweckmäßige Unterwäsche ablegte, obwohl ich mich immer noch etwas vor ihr schämte. "So etwas will ich eh nicht mehr sehen, wenn du dich vor mir ausziehst." Sagte sie streng. "Du hast doch auch schönere Sachen, Sonja?"
    
    "In die Arbeit?" Versuchte ich schüchtern einzubringen.
    
    "Es steht eine Einstellung dahinter, Sonja. Ich will dass du dich für mich schön machst, immer und zu jeder Zeit, dass es für dich selbstverständlich und zur Hauptsache wird."
    
    Ich sah sie an in ihrem schlabberigen langen Shirt mit den ausgetretenen Pantoletten, wagte aber nicht sie darauf ...
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