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Das Aschenputtel
Datum: 28.06.2023, Kategorien: Sonstige, Autor: lost_of_mind
... auf den Sitzsäcken tatsächlich eingeschlafen, wachte im überall drückenden Corsett auf, Doro hatte mich einfach liegen lassen und offensichtlich mit einer Bettdecke zugedeckt, die sie jetzt zurückschlug und lächelnd an mir herabsah. Zwei lederne Halter der Strümpfe vom Corsett hatten sich gelöst, die Strümpfe etwas verdreht. Jetzt half sie mir fürsorglich auf, führte mich ins Bad, sie war schon alltagstauglich Bekleidet. "Ich fahre dich, weil ich in München was organisieren muss." Kein Wort was sie vorhatte, dafür half sie mir diesmal aus dem Corsett heraus, was deutlich einfacher und schneller ging als wenn ich das alleine machen müsste. Ich sah sie nur genauestens an und wunderte mich, irgendetwas stimmte nicht an ihr? Richtig! Sie war geschminkt! Warum oder für wen hatte sie das getan? So ganz gegen ihre sonstigen Gewohnheiten? Während ich mich flüchtig wusch und Zähne putzte sammelte sie im Nebenzimmer Unterwäsche und Kleidung für mich zusammen, die sie mir Wortlos in die Hände drückte. Wir waren in Eile, warum hatte sie mich nicht früher geweckt? Mit dem Wagen ihrer Mutter fuhr sie mich zur Arbeit in meine Apotheke, hielt nur kurz beim Bäcker, drückte mir im Wagen eine Papiertüte in die Hand: "Dein Frühstück!" Neugierig beäugt von meinen 2 Kolleginnen und einer frühen Kundin stieg ich aus dem Wagen mit dem Versprechen von Doro, mich nach meiner Schicht wieder abzuholen. Gerade noch rechtzeitig schloss ich auf, etwas peinlich berührt dass meine Kolleginnen auf ...
... mich in der bitteren Kälte warten mussten. Durch meine anspruchsvollen leitenden Aufgaben im Betrieb wurde ich schnell von den Gedanken an den letzten Abend und diesen Morgen abgelenkt. Meine vorher so überschaubare kleine Welt und die Langeweile des Alltags als Single hatten sich gänzlich verändert. Hatte es mich persönlich nicht auch schon verändert? Zum schnellen Frühstück zog ich mich in mein winziges Büro zurück, welches ich nur mit dem zweiten Apotheker teilen musste, der mit mir immer die Schicht abwechselte. Ein neugieriger Blick in die Papiertüte: Butterbrezen. Woher wusste Doro meine Vorliebe? Oder war es Zufall? Früher schien der Arbeitstag nie enden zu wollen, obwohl meine Schicht ja nur immer etwas über 6 Stunden dauerte. Wir waren geöffnet von 8 bis 20 Uhr, Samstag bis 13 Uhr, immer die Frühschicht macht auch den Samstag. Eigentlich schon ein Privileg, so überschaubare Arbeitszeiten zu haben und dennoch davon Leben zu können. Aber jetzt freute ich mich auf Feierabend und die Zeit verging rasend schnell. Das alles nur wegen Dorothea? Wie versprochen wartete Doro nach 14 Uhr draußen schon auf mich, meine Kolleginnen bückten sich sogar neugierig im vorbeigehen, um einen besseren Blick in den Wagen auf Doro zu erhaschen und grüßten sie scheinheilig. Die Hutablage stand bis an die Rückscheibe nach oben, der Kofferraum schien prall gefüllt. Die Rückbank war mit mehreren Tüten und Kartons verstellt. "Wo warst du heute, Doro?" Die Türe rastete mit kräftigem ...