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Das Aschenputtel
Datum: 28.06.2023, Kategorien: Sonstige, Autor: lost_of_mind
... Bahnen. Es waren nur wenige Ältere und kaum Kinder im Bad, so dass ich ungestört Schwimmen konnte. Eigentlich keine schlechte Idee von Dorothea. Nur wie lange ist Zeit lassen? Und warum durfte ich nichts sehen? Wozu diese Geheimniskrämerein? Wollte sie mich vor vollendete Tatsachen stellen, weil sie sich meiner Zustimmung nicht sicher war? Warum wurde mir dieses Mädchen immer Rätselhafter je besser ich sie kannte? Bereute ich es schon mich in ihr Leben gemischt zu Haben? Ich traf eine Kollegin, die Samstags immer in der Apotheke aushalf mit ihrem Mann, welche mich spontan anschließend in ein Kaffee einluden. So fiel mir das Zeit lassen deutlich leichter, obwohl ich beim Plaudern sehr unkonzentriert war. Der gemeinsame Abend wandte sich eh dem Ende zu, als eine SMS von Doro auf meinem Mobil erschien: >Du kannst Kommen!< Wie auf Kohlen saß ich alleine im späten Bus, stapfte aufgeregt die Treppe nach oben, öffnete Neugierig die Wohnungtüre. Wieder empfing mich der Geruch nach Farbe, etwas schwächer nun. Gemischt mit Kerzenduft. Das ganze Wohnzimmer war in Kerzenlicht getaucht. "Doro?" Ich drückte die Türe hinter mir zu. Leise mystische Musik erklang aus der neuen Stereo, ich hängte den Mantel auf und stellte die nassen Stiefel in die flache Schale hinter der Türe. "Dooorooo!?" Dann kam Doros Auftritt. Es war wirklich eine völlige Überraschung und eine absichtlich inszenierte Selbstdarstellung. Sie schwebte gemessen aus dem Schlafzimmer auf mich zu. Mein Mund blieb ...
... geöffnet, ich war Sprachlos. Hatte ich irgendwo mir etwas Kuriosem von ihr gerechnet, so sicherlich nicht mit diesem jetzt. Sie sah aus wie ein Engel! Nicht bildlich, nein ganz real, verstärkt durch die Musik und dem flackernden Kerzenschein. Ich war fassungslos, Überrumpelt. Dorothea trug ein reinweißes langes Kleid, am Oberkörper halshoch eng auf Figur geschnitten, die Schultern und Arme frei, der Rockteil bis fast an den Boden und an beiden Seiten bis an die Hüften geschlitzt. Das Gesicht sehr blass geschminkt, mit grellrotem Lippenstift, passend zu den grellroten Finger- und Zehennägeln. Sie stellte sich seitlich vor mich, lächelte mich an: "Hallo Sonja, willkommen in meinem Reich!" Ich war Verdattert. Soso, jetzt war es schon ihr Reich. Sah in der Seitenansicht durch den Gehschlitz im Rock weisse Halterlose Strümpfe zu weißen sehr hohen Sandaletten mit feinen Riemchen und schlanken Absätzen. Die blonden langen Haare zusammengedreht nach vorne über eine Schulter drapiert, eine kleine glitzerne Krone über der Stirn ins Haar gesteckt. "Doro! Um Himmels Willen, wie siehst du denn aus?" Sie musste Stunden gebraucht haben um sich so zu Richten. "Gefalle ich dir, Sonja?" "Du siehst wirklich aus wie ein Engel!" Meine eilige Antwort. "Dann komm in meinen Himmel!" Sie reichte mir eine Hand und führte mich gemessenen Schrittes zum Schlafzimmer. Laut tackerten die dünnen Absaetze am Parkett. Bedeutungschwanger schob sie die Türe auf, stellte sich mir seitlich, um meine ...