1. Subtiles Knistern im Badezimmer


    Datum: 28.06.2023, Kategorien: Bisexuell, Autor: Sternenzauber

    ... zugeben, dass mich das gerade berührt hatte, im wahrsten Sinn des Wortes. Und selbst abends, als ich mit meinem Partner schlief, musste ich, als ich die Augen zwischendurch schloss, wieder an die Situation denken und spürte, wie es mich zusätzlich kickte.
    
    Auch jetzt schloss ich wieder die Augen und versuchte mich auf die Musik zu konzentrieren. Aber ich war zu sehr abgelenkt. Versuchte mich zu erinnern, wann ich wohl zuletzt in einer so intimen Situation war. Eigentlich war es ja überhaupt kein Ding und doch total ungewöhnlich.
    
    Inzwischen hatte es sich Katha gemütlich gemacht und ich hörte es durch die Ohrstecker fest gegen das Porzellan prasseln und zischeln.
    
    "War super heute, fandest nicht auch?" begann sie plötzlich zu smalltalken.
    
    Ich riss die Augen auf und holte einen Stecker aus dem Ohr.
    
    "Ja, wirklich! Ein toller Weg, habt ihr gut ausgesucht!"
    
    Ich wollte gerade den Stecker wieder reinpfrimeln, als sie meinte "Ich musste eigentlich schon an der Berghütte richtig, aber da war es so ungepflegt."
    
    "Ach, ich geh auch am liebsten daheim", bestätigte ich sie. Ich denke sogar, dass es fast allen so geht, sind ja nicht mehr bei den Römern" und dabei lachte ich ein klein wenig zu laut, weil ich doch irgendwie unsicher war und es so weit gar nicht davon entfernt war. Aber das fiel mir erst auf, als die Worte meinen Mund bereits verlassen hatten.
    
    Langsam verstummte das Plätschern.
    
    "Musst Du eigentlich jeden Tag?" fragte sie mich.
    
    Und während ich "ja, ...
    ... und fast immer direkt nach dem Frühstück" antwortete, fragte ich mich, ob sie mit dem Gespräch doch irgendwie die Situation überspielen will. Ich hielt immer noch meinen inzwischen schaumigen Stöpsel in der linken Hand und im rechten Ohr trötete es "Au revoir..."
    
    Eigentlich wollte ich mich ja aus der Situation herausziehen, aber andererseits war es auch schön, sie so in dieser Pose zu betrachten und ich nahm sie sehr aufmerksam wahr. Natürlich wirkte sie, vielleicht ein wenig angespannter als sonst und ich fragte mich, wen von uns beiden die Situation nun mehr stresst. Doch nein, irgendwie genoss ich es auch, einfach weil es besonders war und dabei war noch gar nicht viel passiert.
    
    "Bei mir ist es total unregelmäßig, aber morgens muss ich eigentlich fast nie."
    
    "Angeblich hat ja jeder Mensch eine eigene Darmflora, fast so wie eine DNA. Ich das in diesem Bestseller gelesen, wie hieß das Buch doch gleich?"
    
    "Du meinst bestimmt Darm mit Charme, oder?"
    
    "Ja, genau das war es!"
    
    "Naja, vielleicht nehmen sie ja beim Tatort irgendwann keine Proben mehr aus der Haarbürste, sondern fangen damit den Täter?
    
    "Ihre Darmflora hat sie entlarvt!" sagte ich mit tief verstellter Stimme und schob den Kiefer etwas vor.
    
    Wir kicherten.
    
    Noch immer hielt ich meinen Stöpsel in der Hand, die nicht wirklich wusste, was sie jetzt mit ihm anstellen sollte.
    
    Katha schaute ein wenig konzentrierter und irgendwo ins Leere. Ich betrachtete sie, ein weiterer Satz schien uns aber auch ...