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Das Date mit Peter
Datum: 09.07.2023, Kategorien: 1 auf 1, Autor: Linus
Ihr war unwohl. "Was kann ich für Sie tun ?" fragte die Verkäuferin im fast mütterlichen Ton, den sie auch äußerlich bestätigte, Bluse, gepflegt, hoch toupierte Haare. "Ich suche etwas zum Ausgehen, eher feiner, vielleicht ein Kleid oder einen Rock mit Bluse." Ihr Mund war trocken. Bis vor kurzem hätte sie nicht im Leben daran gedacht, Kleidung für "Damen" zu kaufen. Das ist doch nur etwas für Modepüppchen und Frauen, die sich ihrem Macker zuliebe in diese engen und unbequemen Sachen rein quetschen. Rock oder Kleid heißt ja immer auch feine Schuhe, Nylons und Make-up. Alles das verabscheute Sie. Nun aber hatte Sie Peter kennen gelernt und wollte Ihn am Freitagabend treffen, richtig ausgehen in ein schickes Restaurant und dann mal sehen. Es hatte lange gedauert, bis er auf sie aufmerksam wurde und bei ihrem Gespräch musste sie ihm mehrfach Steilvorlagen geben, bis er den Vorschlag machte, sich abends mit ihr zu treffen. Nicht dass sie das Gefühl hatte, dass er sie nicht auch mag. Aber wie oft hatte sie erlebt, dass ein netter Junge sie auch "nett" fand, mit ihr plauderte, aber nicht erkannte, dass sie vielleicht gerne mehr wollte, als eine liebe Freundin zu sein. Männer sind doch wirklich einfach strukturiert, dachte sie. In den ersten Sekunden des Zusammentreffens mit einem Mann wirst Du als Frau von oben bis unten gemustert, rein äußerlich, noch bevor du die Chance hast, deine Persönlichkeit zu zeigen. Und dann ist frau ganz schnell in einer Schublade drin. ...
... "Modepuppe", "Flittchen" auf der einen Seite; "Kumpel", "Mannweib" auf der anderen Seite; eins von beidem. Als langjährige Ausdauersportlerin entsprach sie schon rein körperlich nicht der Idealvorstellung, der in Film und Fernsehen geprägt wird. Zwar groß und dünn, aber eher kleine, feste Brüste und eine eher schmale Hüfte. Selbst beim Laufen in engen Sachen merkte sie, dass die Blicke der Männer selten auf sie, sondern eher auf andere Frauen gerichtet waren. Nur wenn ihre Nippel versteift waren und sich deutlich am Shirt abzeichneten, traf sie der ein oder andere verstohlene Blick. Im Alltag oder wenn sie abends was unternahm, hatte sie häufig das Gefühl, ein geschlechtsloses Wesen zu sein. Wahrscheinlich lag das wesentlich auch daran, dass sie ihre Weiblichkeit mit der Kleidung nicht unterstrich, sondern eher noch verbarg. Zumeist trug sie blue jeans, auch schon mal eine schwarze Stoffhose, stets flache Schuhe und oben eine ihrer vielen T-Shirts, Sweatshirts und nur manchmal bei Feiern eine Bluse. Dabei achtete sie aber stets darauf, dass die Träger ihres BHs nicht zu erkennen waren. Meist trug sie noch ein Unterhemd über dem BH, im Sommer musste der Stoff der Bluse oder des Shirts undurchlässig sein. Wenn sie schon einmal unfreiwillig in Sportsachen oder bei verrutschten Sachen den Blick eines Mannes auf sich zog, war ihr das ehrlich peinlich. Jetzt aber legte sie es darauf an, durch die Kleidung einen Mann zu beeindrucken. Sie wollte Peter nicht verlieren noch bevor er sie richtig ...