1. Ueber das Ziel Hinaus


    Datum: 01.08.2023, Kategorien: Erotische Verbindungen, Autor: bybumsfidel

    ... unhöflich sein.
    
    "Ich bin im Zug eingepennt und zu weit gefahren", erklärte er also. "Jetzt vertreibe ich mir die Zeit, bis der erste zurückfährt."
    
    "Zeitvertreiben, das ist es", stimmte sie nicht ganz nüchtern zu. Sie lallte zwar noch nicht, aber man merkte ihr den Alkoholkonsum deutlich an. "Vertreiben. Gute Idee. Meinen Freund aus meiner Wohnung, den Drecksack."
    
    Moritz hatte zwar keine große Lust sich zu unterhalten, aber immerhin war es die beste Möglichkeit sich die Nacht um die Ohren zu hauen.
    
    "Ist er dein Problem?", fragte er daher.
    
    Sie nickte. "Er und der Rest der Welt. Alle Kerle. Ihr wollt uns nur an die Wäsche. Den ganzen Tag lang. Je kürzer der Rock, desto geiler das Auto."
    
    "Glaubst du?"
    
    "Klar, was sonst? Meinst du, ich sehe nicht, wo ihr hin glotzt? Zwischen meine Beine, fragt euch, ob ich ein Höschen anhabe, ihr Ferkel."
    
    "Und? Hast du?"
    
    Es war ihm so herausgerutscht und er wollte sich schon dafür entschuldigen. Doch zuvor drang ihre Antwort an sein Ohr.
    
    "Was ist, wenn nicht?", grinste sie anzüglich.
    
    Obwohl er normalerweise nicht auf den Mund gefallen war, blieb er kurze Zeit sprachlos.
    
    "Dann würde ich mir tatsächlich eine Eintrittskarte holen", entgegnete er endlich. "Obwohl ich mich absolut nicht für Autos interessiere."
    
    Sie sah sich um. Der Barkeeper war am anderen Ende der Theke, spülte seine Gläser und hatte vom Fortgang des Gespräches nichts mitbekommen.
    
    "Ach, das gibt es?", tat sie verblüfft. "Ein Mann, der sich ...
    ... nicht für Autos interessiert?"
    
    "Noch nie."
    
    "Aber wieso?"
    
    "Teuer, nutzlos, machen nur Dreck. In der Stadt nehme ich das Fahrrad, außerhalb den Zug."
    
    "Du würdest also nur für mich kommen?"
    
    "Ausschließlich."
    
    Inzwischen hatte Moritz ein wenig Spaß an dem Flirt gefunden, auch wenn er sich immer noch null Hoffnungen machte. Da sich an ihrer Schönheit in den vergangenen Minuten nichts geändert hatte, schätzte er sie weiterhin als eingebildet und arrogant ein. Vermutlich würde sie ihn eh nur verarschen wollen.
    
    "Bist du sicher?", schlug sie ihre Augen auf (was sie nur noch verdächtiger machte) und drehte sich auf ihrem Hocker zu ihm.
    
    Sie hatte einen Rock an, der kurz über dem Knie endete und zog den Saum Zentimeter für Zentimeter nach oben. Als gerade noch eine Handbreit ihren Oberschenkel bedeckte, spreizte sie langsam ihre Beine und blickte ihn lasziv an. Moritz musste schlucken. So ein Aas!
    
    "Was siehst du?", fragte sie mit urplötzlich rauchiger Stimme.
    
    "Dein Höschen."
    
    "Was sagt dir das?"
    
    "Dass du falsche Versprechungen machst?", riet Moritz und sie lachte glockenhell auf.
    
    Die könnte als Operndiva arbeiten, kam Moritz in den Sinn, so wie sie ihre Stimme einsetzt.
    
    "Punkt für dich. Darauf ist selbst mein Freund noch nicht gekommen."
    
    "Darf ich dir einen Drink ausgeben?"
    
    Nach einem abschätzenden Blick stimmte sie zu.
    
    "Einen noch. Dann muss ich ins Bett."
    
    "Du hast wenigstens eins", seufzte Moritz.
    
    "Ach ja. Gestrandet im Nirgendwo", sah ...
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