1. 1996


    Datum: 21.08.2023, Kategorien: 1 auf 1, Autor: Zaphod

    ... um was es ihr dabei ging, stieg mir der Duft ihrer fast schwarzen, lockigen Haare in die Nase.
    
    Vereinzelte Haare kitzelten mein Gesicht, Stromstöße durchfuhren mich und ich musste nach Luft schnappen.
    
    "Ist alles in Ordnung?" fragte sie mit diesem unvergleichlichen Klang ihrer Stimme, mit diesem unbeschreiblichen Blick der nur entsteht wenn man leicht von unten nach links oben schaut.
    
    "Sicher", räusperte ich mich, "alles in Ordnung."
    
    Das war gelogen, denn irgendwie war gar nichts mehr in Ordnung.
    
    Was war denn hier passiert?
    
    Was waren das für seltsame Gefühle in mir? Als wenn man mal kurz mal aus seinem Körper heraustritt, nach rechts - die Welt für diese Millisekunde eine weiße Watte wird. Bis irgendeine Stimme dein Geist wieder in den Körper schubst.
    
    Ich fühlte mich als wenn mir jemand mit einem rostigen Stacheldraht das Hirn durchs Ohr heraus gezogen hätte.
    
    Ein paar Sekunden brauchte ich schon um mich wieder auf das Thema zu konzentrieren. Nochmals räusperte ich mich, erklärte ihr wonach sie verlangte.
    
    Wie zufällig berührte meine Hand ihre Schulter, glitt leicht über ein kurzes Stück ihres Rückens.
    
    Das war gewiss nicht gewollt, es war wirklich zufällig.
    
    Ich spürte ihren Blick in meinem Rücken als ich wieder um den Tisch herum ging um mich wieder auf meinen Stuhl zu setzen.
    
    Wir fassten nochmals alles zusammen, sie trank ihren Kaffee aus und machte Anstalten nun aufbrechen zu wollen.
    
    "Noch einen Kaffee?" fragte ich hastig um sie ...
    ... vielleicht doch noch ein paar Minuten bei mir halten zu können.
    
    Lächelnd schüttelte sie den Kopf, und mir war als wüsste sie. Als wüsste sie etwas das ich noch gar nicht wahrgenommen habe. Etwas spezielles, etwas das ihr sagen würde: Geh jetzt besser.
    
    Sie stand auf und ich beeilte mich wieder um den Tisch herum zu kommen, sie bis zur Tür zu begleiten, ihr zu zeigen das ich ein Gentleman bin der die Tür auch noch für sie aufhält.
    
    Noch war diese Tür geschlossen, noch jagten mir Gedanken durch den Kopf wie: Wieso hat dieser Vogel eine so tolle Frau? Wieso kommt sie heute hier vorbei? Wieso haut mich das so von den Füßen? Hat jemand meinen Verstand gesehen?
    
    Noch hielt ich den Türgriff in der Hand, unbewegt, noch stand sie neben mir.
    
    Sie sah zu mir auf, ich fing ihren Blick - und stürzte in die Tiefen ihrer glänzenden Augen, diesem Lächeln in ihren Augenwinkeln. Wieder riss ein Stacheldraht am Hirn, weiße Watte stürzte tonnenweise auf mich ein.
    
    Im letzten Moment dieses mentalen Super GAUs erkannte ich das ihr Blick auch an mir klebte. Sie mich mit seltsam starre Mine anblickte, wie Fragezeichen und Funken gleichzeitig aus ihren Augen strömten.
    
    Warum waren alle Geräusche um mich herum verschwunden, warum konnte ich nur ihren Atem und ihren Herzschlag hören? Oder war das doch von mir?
    
    Seltsamerweise bewegten wir uns irgendwie auf einander zu, anscheinend schwebend, bis wir uns in den Armen hielten, bis sich irgendwie unsere Lippen trafen.
    
    Jemand musste wohl hinter ...