1. Der junge Student


    Datum: 19.03.2024, Kategorien: Betagt, Autor: byBea19

    Der Versuch einer anderen Art eine Geschichte zu schreiben aus 2008.
    
    Kein Meisterwerk, aber vielleicht ein kleiner Quickie-Leckerbissen.
    
    Eure Bea
    
    Wiederveröffentlichung!
    
    Teil 1 -- Das Fundstück
    
    Seit einigen Monaten wohnst Du nun schon in dem Mehrfamilienhaus, in dem du eine kleine Zweizimmerwohnung besitzt. Du hattest sie über das Studentenwerk vermittelt bekommen. Die Gegend ist nicht die allerbeste, deswegen waren die Vermieter auch bereit junge Studenten aufzunehmen.
    
    Das Erstsemester Maschinenbau hattest du dir zwar anders vorgestellt, etwas mit mehr Praxis und nicht soviel Theorie, doch die „Oberen" sagten dir, das sei in den ersten zwei Jahren immer so. Ohne Theorie keine Praxis.
    
    Über die Theorie warst du auch zur Praxis bei der Gemeinschaftswaschmaschine im Keller gekommen. Wie sollte ein Jüngling von 22 Jahren auch wissen, wie eine Waschmaschine funktioniert? Was Bunt- und Kochwäsche ist, warum es Fein- und Vollwaschmittel gibt, wozu man Weichspüler benutzt und warum man in 90°-Kochwäsche keinen roten Socken legt?
    
    Noch Monate zuvor hatte deine Mutter die dir diese Entscheidungen abgenommen.
    
    Heute stehst du an der Maschine und wartest die letzten Umdrehungen ab. Es ist schon ein Glück, dass es in diesem Haus noch so etwas wie eine Gemeinschaftsmaschine gibt. Von deinem Bafög hättest du dir auf jeden Fall keine leisten können. Das ging schon fast alles für die Miete und die Bücher drauf.
    
    Als die Maschine mit einem Blinken signalisiert, dass ...
    ... sie fertig ist, öffnest du die Tür und kramst die Wäsche heraus. Diesmal scheint alles gut gegangen zu sein. Keine rosa Unterwäsche, alles sauber und frisch. Doch halt, was ist das denn?
    
    Du hältst das, was du gefunden hast, hoch. Es ist ein Büstenhalter mit feiner Spitze. Er ist weiß, hat einen Verschluss, der sich vorne öffnen lässt und liegt gut in der Hand.
    
    „Dort, wo er hingehört liegt er hoffentlich genauso gut", denkst du. „75-B", steht auf dem Etikett. Kein Name, kein Kürzel, nichts.
    
    Du überlegst. Was ist zu tun? Ihn hier liegenlassen? Ihn mitnehmen?
    
    Wenn du ihn liegen lässt, klaut ihn bestimmt jemand. Nimmst du ihn mit, was bringt es dir? Du müsstest den Besitzer -- halt: die Besitzerin finden. Du entschließt dich dazu, ihn mitzunehmen. Dir wird schon etwas einfallen.
    
    Weiter geht's mit der Wäsche. Du nimmst den Korb und trägst ihn zum Aufzug. Als er scheppernd ankommt, geht die Tür auf und eine Frau verlässt mit einem Korb benutzter Wäsche den Fahrstuhl.
    
    „Hallo", sagt sie. „Hallo", antwortest du. Dann lächelt sie dir zu und verschwindet.
    
    Du siehst ihr hinterher. Ihr knackiger Hintern wackelt, wie um dir zu gefallen.
    
    „Spinner", tadelst du dich, als du in den Aufzug steigst. Du schätzt die Frau auf Ende dreißig. Gut, schlecht aussehen tat sie nicht. Schien anständig was in der Bluse zu haben. Nun, dann war es auf jeden Fall nicht ihr Büstenhalter.
    
    Gedankenverloren fährst du in den vierten Stock, öffnest deine Wohnungstür und trägst die Wäsche ...
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