1. Römische Fesseln 02


    Datum: 21.03.2024, Kategorien: Nicht festgelegt, Autor: byfarue

    ... die wuchtige Figur meines Führers an, als ob sie sich nicht klar waren, wie sie mit der Situation umgehen sollten. In der Zwischenzeit schirmte mich sein Körper vor weiteren Schlägen ab und ich sollte mich eigentlich sicher fühlen. Doch ein Kribbeln in meinem Nacken zog meinen Blick wieder nach vorn zurück und damit direkt in das lächelnde Gesicht des Verkäufers! (☉⋆‿⋆☉)
    
    Im Nachhinein könnte ich nicht mehr sagen, was ich in diesem kurzen Moment fühlte. Irgendetwas in der Art, wie er mich ansah, drückte mich wieder auf die Erde zurück. Vor mir hing das schmale Gesicht eines Raubtieres, bereit seine Beute zu packen. Ich hatte keine Angst, dennoch ran ein Schauer meinen Rücken hinunter. Aus seinen dunklen Augen sprach dieser Hunger, den ich schon so oft bei Männern gesehen hatte. Doch gleichzeitig lag darin eine Kälte, die ich nicht einordnen konnte.
    
    Waren das Augen, die nur meinen Körper sahen? Meinen Wert als Ware und nicht als Mensch? Sollte ich mich davon nicht angewidert abwenden? Stattdessen rieb mein Bikini unangenehm über meine Haut, so als wäre er eine Nummer zu eng. Mich überkam der lächerliche Gedanke, ihn einfach abzustreifen. Sicherlich würde ich mich dann besser fühlen.
    
    „Sei nackt, damit jeder sehen kann, wie scharf du bist!" Merkwürdig, dass mir gerade jetzt der bekannte Werbespruch des 'Slave Fair' durch den Kopf ging und mich versuchte zu verführen. Es gab hier genug nackte Frauen. Eine weitere würde da nicht schaden.
    
    Mit einem kräftigen Ruck an ...
    ... meinem Arm war der Moment vorbei und ich stolperte durch die Menge. Ich sah es nur aus meinen Augenwinkeln, aber der Guide drückte mich ohne Rücksicht auf die Umstehenden aus der Menge hinaus, bis wir vier wieder frei waren.
    
    An die weitere Tour habe ich kaum noch Erinnerungen. Ich war einfach zu sehr mit mir selbst beschäftigt. Hatte ich überhaupt bemerkt, dass meine Freundinnen komplett nackt waren? Zumindest verschwendete ich keine Gedanken daran, wie sie sich dabei fühlen mussten. Es schien alles so natürlich: Sie sind Sklavinnen! Sklavinnen sind nackt! Eine einfache Rechnung.
    
    Eine Psychologin hatte mal geraten, „mir mehr Gedanken um meine Mitmenschen zu machen". Ich würde mich nur um mich selbst scheren. Was für eine dumme Kuh! Meine Eltern hatten mich damals zu ihr geschickt, damit mir jemand 'meinen Unsinn' austreibt. Gerade da waren sich beide plötzlich wieder einig. Wenn schon nicht bei allen anderen Dingen. Vielleicht sollte ich mal darauf hören? Andererseits war das ein Sklavenmarkt. Also: wen schert's, was Sklaven kümmerte! ¯_(° ͜ʖ °)_/¯
    
    Während der Guide uns weiter schleifte, machte ich mir meine Gedanken. So wie eben hatte es mich noch nie erwischt. Und ich habe schon mehr als einmal eine Auktion erlebt. Schuld daran war einer meiner Exfreunde, ein echter Macker. Mit ihm war jeder Tag ein neues Abenteuer, die uns zu den Bullen führte, mit Handschellen und Zelle und so... Doch ganz schnell ging es zu krasseren Orten: öffentliche Pranger, Sklavenmärkte, ...
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