Das Bangkok Syndikat
Datum: 26.12.2018,
Kategorien:
Nicht festgelegt,
Autor: bySena78
1. Erster Tag, Flughafen München, Deutschland
Die Wartehalle im Abflugterminal des Franz-Josef-Strauß-Flughafens drohte aus allen Nähten zu platzen. Eine endlos scheinende Schlange Urlauber und Geschäftsleute, durch einen schwarzen Gurtzaun sauber in Form gezwungen, wartete auf das Einchecken. Drei junge Männer, welche die große Halle durch eine der zahlreichen Drehtüren betreten hatten, stellten sich laut stöhnend am Ende der Warteschlange an.
„Scheiße Mann. Das kann ja ewig dauern."
Alain, ein junger Bankangestellter mit französischem Migrationshintergrund und dem dunklen Teint seiner algerischen Vorfahren, sprang auf der Stelle hoch, um über die Köpfe der anderen Reisenden hinweg nach vorn sehen zu können. Hochgewachsen, mit einem etwas knochigen aber dennoch gefälligen Gesicht, dabei aber durchaus attraktiv wirkend, entstammte er einem wohlhabenden Haus. Sein Vater Arzt, die Mutter Rechtsanwältin, war er selbst hochgebildet, eloquent und ein Jokus der besonderen Art. Er liebte es, sich prollig und degeneriert zu geben, um anderen, die meinten, sich auf seine Kosten profilieren zu können, eine lange Nase zu drehen. Baseballcap und -Shirt, goldene Panzerkette und weite Bermudas, entsprach er perfekt dem Klischee des prolligen Ausländers.
„War doch klar. Hätten halt nicht Sonntagabend fliegen sollen."
Tom warf einen kurzen Blick auf seine Armbanduhr, stellte seinen Rollkoffer ab und setzte sich auf dessen Rand. In spätestens drei Stunden würden sie im Flieger ...
... nach Bangkok sitzen, um von dort aus mit einem kleineren Flugzeug nach Phuket weiterzufliegen. Diese Route bereisten Tom und Alain nicht zum ersten Mal, um das zu bekommen, was sie für die Krönung der Lebensfreude hielten.
„Na, Christian? Wie sieht´s aus bei dir? Schon aufgeregt?"
Tom, ein Speditionskaufmann, schlug seinem Kollegen auf die Schulter, der, kleiner und etwas dicklich, vom Aussehen her eigentlich nicht zu den beiden anderen jungen Männern passte. Dennoch war Christian nicht hässlich, hatte lebhafte graue Augen, eine eigenartige Stiftelfrisur, die gut zu seiner Kopfform zu passen schien und ein temperamentvolles und humorvolles Wesen, welches seine Gegenwart sehr unterhaltsam für die beiden anderen gestaltete. Tom dachte an Christians Unsicherheit Frauen gegenüber, es lag an ihm selbst, dessen war er sich sicher. Irgendetwas schien ihn zu blockieren und daran zu hindern, auf Frauen zugehen zu können.
„Dieses Mal brauchst du dir um deine Schüchternheit keine Sorgen zu machen. Du wirst sehen, es wird unvergesslich für dich werden. Drei Wochen lang Party, Sonne, Strand und viel, viel Ficken."
Alain lachte und nickte Christian zu. Dieser grinste etwas verlegen zurück, hatte er doch Probleme damit, sich einzugestehen, dass genau das der Grund für ihn war, diese Reise anzutreten. Endlich eine hübsche Frau abbekommen, die das mit ihm tat, von dem er sonst nur zu träumen wagte. Er warf einen Blick auf seine beiden Freunde, die es eigentlich nicht nötig hatten, ...