1. Der Pornograf XI - 04


    Datum: 13.02.2020, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byrokoerber

    Band 11 -- Planung Osten
    
    Die Abenteuer eines älteren Fotografen
    
    Kapitel 04 -- Erste Entschlüsse
    
    Der nächste Tag der Konferenz brachte am Morgen noch zahlreiche Wortmeldungen. Da wurde offensichtlich über Nacht nachgedacht. Noch vor dem Geschäftslunch war aber klar, die LPG hatte das Rennen gemacht. Marc Brandenburg brachte es auf den Punkt:
    
    „Um ehrlich zu sein, ich hätte mehr darauf getippt, dass die Fotopark GmbH sich irgend so ein halbwegs erhaltenes Schoß aussucht und mit einem echten Prinzen belegt -- zumindest mit einem Grafen. Wie wir alle wissen, gibt es da ja einige davon!", sagte er mit einem leicht süffisanten Lächeln, als Gina ihn nach einer Wortmeldung aufrief.
    
    „Wenn ich auch selbst für die LPG stimmte, dass die aber mit 85 % gewählt wurde, hätte ich nicht gedacht. Wenn dort nun, in aller Ruhe und mit sehr viel Sorgfalt, eine schöne Anlage aufgebaut wird, kann dies meines Erachtens nach, sehr viel Vertrauen bei der Bevölkerung der Region erwecken. Ist es doch ein Zeichen, auch aus vorhandenen, jetzt verlassenen Bauten, kann man etwas machen. Nicht alles war Schrott, was wir erschaffen haben. Wir, ich spreche jetzt vom Fotopark, müssen nur verhindern, dass die Anlage nachher einem der in den letzten Jahren so sehr ins Kraut geschossenen Industriegebieten oder gar weiteren Supermärkten gleicht.
    
    Es fiel hier die Anmerkung, es soll deutlich nach Kapitalismus aussehen. Dagegen spricht nichts, aber bitte nicht nach Billigwaren wie bei Lidel oder Aldi und Co. Das Aussehen nach Kapitalismus darf sich nicht darauf beschränken, den Fotopark Ost, als den Platz zu sehen, wo die Bevölkerung ihre paar Euros hintragen soll. Ich würde auch besonderen Wert darauf legen, die wenigen, noch oder wieder tätigen örtlichen Bauunternehmer und Handwerker, mit in den Wiederaufbau einzubinden. Meist wurde bisher doch alles einfach
    
    importiert
    
    . Das hilft den neuen Ländern jedoch kaum. Das ist meine Ansicht. Dazu möchte ich auch noch erwähnen, ich stelle mich im Falle eines örtlichen Wiederaufbaus, gerne als Mitarbeiter zur Verfügung. Freiwillig."
    
    Gina trat mir unter dem Tisch auf den Fuß. „Jetzt brauchen wir dort nur noch einen Don Rafael, dann erinnert mich das sehr stark an unseren Anfang in Italien."
    
    Was blieb mir übrig, als ihr irgendwie recht zu geben. Ich meldete mich zu Wort und bedanke mich erst einmal bei den Anwesenden. Danach löste Gina die Konferenz in kleinere Arbeitsgruppen auf. Die wurden über das ganze Gelände verteilt und hatten die Aufgabe, Vorschläge zu erarbeiten, die halbwegs praktikabel waren. Aber vor allem für den für geplanten Stab von Mitarbeitern geeignet waren. Was für Mitarbeiter dort gebraucht würden, sollte ebenfalls festgestellt werde. Eine Gruppe hatte die Aufgabe, aus den Gegebenheiten in Italien herauszufinden, was sich hier als besonders praktisch und nützlich herausgestellt hatte. Dafür hatten sie zwei Tage Zeit, bis sich die Abschlusskonferenz wieder in der Burgruine traf.
    
    Wir
    
    Alten
    
    , ...
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