1. Vom Leid des Erwachsenwerdens


    Datum: 02.08.2020, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: bySashinka

    ... vielleicht in der Küche?" sagte Hélène. Das war das Zeichen für mich herauszukommen. Ich wußte nicht warum Hélène mein Versteck verriet, aber ich vertraute ihr total und wußte sie hatte bestimmt einen guten Grund dafür. Ich sauste in die Küche, nahm Wodka aus dem Kühlschrank und rief:
    
    "Was ist denn?" da kam die Rote auch schon, heute speziell sexy gekleidet, eingeflogen. Hélène hinter ihr her.
    
    "Was ist denn?" wiederholte ich meine Frage.
    
    "Ach, nichts,....eh....Alexander" plapperte sie verstört und ihr musternder Blick flog zwischen mir und Hélène hin-und-her, bis er an meinem Handtuch hängenblieb.
    
    "Hast du geduscht?"
    
    "Ja, und?" antwortete ich ziemlich aggressiv.
    
    "Nichts,....nichts, Alexander, alles in Ordnung! Kann ich einen haben?" zeigte sie auf die Flasche. Ich sah zu Hélène hinüber. Sie nickte zustimmend immer noch hinter der Roten stehend.
    
    "Natürlich!" antwortete ich. Ich nahm zwei Gläser aus dem Küchenschrank und ging in den Salon. Die Frauen schweigend hinter mir her. Ich zog die Schultern hoch.
    
    Als wir uns gesetzt hatten, Hélène und ich nebeneinander und die Rote uns gegenüber, sagte sie auf einmal:
    
    "Wenn man euch so sieht, könnte man denken, ich hätte euch bei etwas verbotenem erwischt!" lachte sie.
    
    "Ich wollte einmal Wodka probieren!" log ich dumm und flach.
    
    "Dann tu es doch!" sagte die Rote und reichte mir ein Glas, das ich sodann füllte. Ich trank. Es schmeckte nach gar nichts besonderem, brannte aber unheimlich, was ich ...
    ... verbergen konnte.
    
    "Der Junge trinkt Wodka wie ein Alter!" lachte sie wieder.
    
    "Ich könnte auch gut einen gebrauchen." stöhnte Hélène.
    
    Ich stand auf, ging um den Couchtisch herum und schenkte zuerst der Roten, dann auf meiner Seite Hélène, ein. Als ich bei der Roten vorbeikam, gab sie mir einen Klaps auf den Po. Ich kümmerte mich nicht darum.
    
    "Macht dich das denn nicht nervös, wenn Alexander nur mit einem Handtuch bekleidet herumläuft?" sagte sie entschuldigend, kippte ihren Wodka und sprang daraufhin ganz unvermittelt auf:
    
    "Kinder, das war's! Ich muß euch jetzt leider wieder verlassen! Habt noch viel Spaß....! Ich finde alleine 'raus. Mach' dir keine Umstände, Hélène." sagte sie und verschwand. Als wir die Haustüre zuklappen hörten, stöhnte Hélène:
    
    "Uff, das wäre geschafft."
    
    "Die weiß was los ist!" sagte ich nachdrücklich.
    
    "Das glaube ich auch. Die hat 'was vor...."
    
    "Genau! Und was kann das sein?"
    
    "Wenn ich das wüßte, Alexander, wenn ich das wüßte!"
    
    "Früher oder später werden wir es herausfinden, Hélène, früher oder später." machte ich sie nach. Sie schaute mich an und fing an zu lachen. Da war es so, alsob die Rote nie dagewesen wäre.
    
    "Wieviel Uhr ist es eigentlich?"
    
    "Ich schätze es ist so zwischen drei und vier" sagte Hélène.
    
    "Dann haben wir noch jeden Menge Zeit für uns!" frohlockte ich.
    
    "Gibst du mir einen Kuß, Alexander?" Ohne ein Wort, beugte ich mich zu ihr hinüber und küßte sie lange. Bei dieser Übung meldete sich auch wieder mein ...
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