Vom Leid des Erwachsenwerdens
Datum: 02.08.2020,
Kategorien:
Romane und Kurzromane,
Autor: bySashinka
... Konsequenzen, ablegen. Als Kind ist man eher ein Gefühlswesen und selten rational. Das Gefühl, das neuentdeckte, eigene Geschlecht vermittelt, ist das Gefühl was am stärksten von einem Kind empfunden wird.
Was nur waren die wirklichen Motionen der belle Hélène?
Es gibt mehrere Theorien die sich da anbieten. Auf eine habe ich mich aber festgelegt.
Fakt ist: Sie war allein und fühlte sich in Wurstcity unwohl. Der Mann dauernd unterwegs und Freundinnen, wirkliche Freundinnen, keine. Da Herr Hoffnung, wie ich später spannte, ein Riesenarschloch war und vom ficken, so glaube ich, gar nichts hielt, war das Leben für eine junge, attraktive Frau, in der Blüte ihrer Jugend, bestimmt nicht einfach. Sie schwitzte es ja auch nicht durch die Rippen und nur Handbetrieb macht über lange Zeit auch keine Laune. Komisch ist nur, daß sie mir nie erlaubte sie richtig zu knallen. Will sagen: Meine-Pipi-in-deine-Pipi stand nicht zur Diskussion. Ich hatte sie auch nie danach gefragt....
Sie wollte Liebe geben und erhalten. Sie wollte ein Kind und einen Liebhaber. Ich war für sie beides in einer Person. Ich, der gerade vom Kind zum Manne transformierte. Ich liebte sie und sie gab mir alle Liebe zu der sie fähig war. Alle Liebe, die sich in den Ehejahren mit der Pappnase aufgestaut hatte, kam nun in meine Richtung geflossen. Sie hatte alles und doch nichts. Ein kleiner, bunter Kolibri in einem Käfig aus Gold.
Als ich mich anzog, sagte sie: "Henry kommt Morgen zurück."
Das ...
... hatte ich befürchtet. Die Rote hatte mich ja schon ungewollt vorbereitet.
"Dann geht's wohl Morgen nicht?" fragte ich naiv.
"Es ist vielleicht besser so .... für uns."
"Glaub' ich auch."
"Kommende Woche ist er auch weg. Ich weiß aber nicht für wie lange." sagte sie.
"Komm' doch zu mir, wenn dir langweilig wird!"
"Vielleicht. Er mag es nicht daß ich weggehe wenn er da ist."
"Mist."
Wir gingen schweigend zur Türe.
"Rufst du mich an?" hoffte ich.
"Sobald er aus dem Haus ist!"
"Danke, Hélène."
"Ich mag dich sehr, Alexander."
"Ich dich auch, Hélène."
Es war ein verdammt trauriger Abschied. Es war wie ein Abschied für immer.
Sie küßte mich auf die Wange und öffnete die Türe. Ich ging hinaus in den Vorgarten. Halbwegs schaute ich mich noch einmal um. Ihre Türe war schon verschlossen.
Meine Eltern merkten nichts. Wen wundert's?
DENN ICH BIN EIN BLENDENDER SCHAUSPIELER!
In meinem Bett spielte sich auch nichts ab. Der Vorführer hatte wohl seinen freien Tag. Oder das Kopfkino war wegen Trauerfall geschlossen. Wer weiß?
Zum ersten Mal fühlte ich sie nur und sah sie nicht.
KAPITEL 5 Die Rote
"Das wird ein Schieflag" dachte ich als wir beim Frühstück saßen.
"Gehst du heute nicht 'rüber, Söhnchen?": Vater.
"Heute kommt Herr Hoffnung zurück."
"Und dann darfst du nicht da sein?": Mutter.
"Er mag es nicht daß Leute da sind wenn er von Geschäftsreise kommt." antwortete ich gequält.
"Er ist ein Volltrottel!": Vater zu ...