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Eigentlich wollte ich nur Zigarette
Datum: 16.09.2020, Kategorien: Erotische Verbindungen, Autor: byjannis
... tranken beide an unserem Kaffee weiter. Als meine Tasse leer war, fragte ich Charlotte, ob sie auch noch eine weitere wolle. Sie nickte und ich ging mit den beiden Tassen in die Küche. Während die Maschine brühte, sah ich mich um. Charlotte hatte bereits aufgeräumt, unsere Kleider ordentlich über den Sessel gelegt und das Geschirr von gestern bereits in die Spülmaschine gestellt. Ich bewegte mich mit den beiden Tassen in Händen zurück zu ihr. "Seit wann bist du schon wach?" "Eine Stunde etwa." "Du hast ja schon Hausfrau gespielt. Sollte das ein neuer Zug an dir sein, den ich noch nicht kenne?" Sie lachte. "Nein sicher nicht. Ich bin lieber die Schlampe. Aber ich wollte auch nicht nur so herumsitzen, bis du erwachst. Dann hab ich eben mal die einzelnen Teile zusammengetragen." Ich hatte den Eindruck, dass es ihr, Freude machte, dass ich, ihre Aufräumaktion bemerkt und angesprochen hatte. "Musst du nicht in dein Geschäft heute?", fiel mir ein zu fragen. "Ich hab' auch dort schon angerufen und Bescheid gesagt, dass ich erst gegen Mittag kommen werde. Dann muss ich allerdings einen Termin wahrnehmen, den ich schon vor längerer Zeit vereinbart habe. Mir geht gerade durch den Kopf, du könnest ja mit dabei sein. Ja, das wäre eine gute Idee. Hast du Lust?" Sie schien bereits einen Entschluss gefasst zu haben. "Um was für einen Termin handelt es ich denn?", war mir wichtig zu wissen. "Heute mittag kommt der Sattler, der die meisten der ...
... Lederutensilien herstellt, die ich in den hinteren Räumen anbiete. Er will mir seine neuesten Kreationen zeigen, dabei geht es um Gestaltung, aber auch Bequemlichkeit und Sitz der neuen Stücke. Du könntest einige anprobieren und dein Urteil dazu abgeben." Ich willigte ein. Charlotte stieg aus dem Bett, nahm das Tablett mit, brachte es in die Küche zurück und ging dann ins Bad. Ich saß noch, meine Tasse in der Hand, auf meinem Kopfkissen und ließ die Ereignisse von gestern an mir vorüber ziehen. Hätte ich nicht zufällig gestern meine Platte an Renate verkauft, so hätte ich vom Tod einer unbekannten erfahren. Ich wollte verstehen, warum ich sie noch kennenlernen musste, bevor dieses Verbrechen geschah. Trotz der kurzen Zeit, die ich sie kannte, ging mir das Ganze doch kräftig unter die Haut. Der Tod ist eine eigenwillige Erscheinung. Ich hatte oft schon Gedanken mit der Vorstellung verbracht, wie es denn wäre, wenn ich nicht mehr bin. So nah, direkt vor meiner Tür hatte ich schon seit dem Tod meines Vaters keine Berührung mehr mit dem Sterben. Ich hatte nie Angst davor, tot zu sein. Nein, meine Furcht drehte sich mehr um das, wie, als um das, dass ich sterben musste. Charlotte begann unter der Dusche, zu singen. Ich ließ meine Gedanken für einem Moment fallen und lauschte. Sie war keine gute Sängerin, aber, und das wurde mir augenblicklich klar, sie sang. Wenn sie singt, lebt sie. Ich begann, zu verstehen, warum mich das plötzliche Auftauchen des alten Sensenmannes so ...