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Eigentlich wollte ich nur Zigarette
Datum: 16.09.2020, Kategorien: Erotische Verbindungen, Autor: byjannis
... beschäftigte. Auch wenn es schon oft Zeiten in meinem Leben gab, in denen es mir gleichgültig gewesen wäre zu sterben, einfach weg zu sein, unauffällig zu verschwinden. Jetzt wollte ich leben. Charlotte war der Grund. Einen Menschen, den ich liebe verlasse ich nicht gerne. Ich will noch viele schöne Stunden, Tage und Jahre mit ihr verbringen. Der Gedanke ließ mich nicht mehr los. Wie kostbar erschien mir jede Minute mit ihr und wie plötzlich und unerwartet kann all das ein Ende haben. Renate hatte sicher auch noch Pläne, wollte dies oder das noch erleben, verwirklichen. Und plötzlich ist alles vorbei? Ich erinnerte mich an einen Kinderfreund aus der Nachbarschaft. Robert, er war zwei Jahre älter als ich gewesen, aber wir waren gute Freunde. Auf einem alten Leiterwagen hatten wir zusammen einen Aufbau konstruiert, der unser fahrendes Theater war. Wir konnten den Karren überall hin mitnehmen, ihn abstellen und vor unserem Publikum Theater spielen. Teils hatte er fertige Figuren, teils bastelten wir selbst welche. Ich hatte mich vor allem um die Kulissen und die Requisiten zu kümmern. Oft zogen wir den knarrenden Karren auf eine Anhöhe hinter seinem Elternhaus und besprachen Stücke, die wir noch spielen wollten wie auch die Ausstattung, die wir dafür benötigten. Es war eine wundervolle Zeit gewesen. Wir beide waren wie Einer, der zwei Seiten in sich vereinte. Unsere Gedankengänge und Wünsche konnten sich gegenseitig befruchten, anregen und führten immer zu einem ...
... gemeinsamen neuen Theaterstück, das wir bald aufführen würden. Mit Robert war es unmöglich, Streit zu bekommen. Er und ich, das war eine unzertrennbare Einheit. Eines Morgens, als ich den Pausenhof der Schule erreichte, war Robert nicht da. Eigenartig kamen mir die kleinen Grüppchen vor, in denen die älteren Schüler zusammenstanden. War sonst wildes Treiben vor der Schule, an diesem Tag war es still. Ich wollte gerade auf eine Gruppe seiner Klassenkameraden zugehen, als im großen Hauptportal des Schulhauses mein Klassenlehrer erschien. Er rief mich und deutete mir an, dass ich zu ihm kommen sollte. Ahnungslos stieg ich die fünf Stufen empor. Herr Maier legte still seine Hand auf meine Schulter und zog mich durch die Türe mit in das Gebäude. Ich wusste nicht, was los war. Ausgefressen hatte ich nichts, da war ich mir sicher, die letzte Klassenarbeit hatten wir schon zurückbekommen, sie war nicht so schlecht, dass dies der Grund für sein eigenartiges Verhalten hätte sein könnten. Wortlos schob er mich neben sich her und führte mich ins Lehrerzimmer. Im Nebenraum, in dem die großen Landkarten und anderes Material gelagert wurden bat er mich, an einem kleinen Tisch Platz zu nehmen, und verließ selbst den Raum gleich wieder. Ich saß zwischen all den Leinenrollen und Schränken mit den Arbeitsmaterialien der Schule und erwartete eine Katastrophe. So abgesondert von der Welt, konnte mir nur eine Solche verkündet werden. Herr Maier kam wieder, brachte den Pfarrer des Ortes mit ...