1. Eigentlich wollte ich nur Zigarette


    Datum: 16.09.2020, Kategorien: Erotische Verbindungen, Autor: byjannis

    ... bildete, die für uns wie ein Indianerzelt war.
    
    Ich kroch durch den kleinen Eingang ins dunkle Innere. Aber auch hier konnte ich, nachdem meine Augen sich an das schwache Licht gewöhnt hatten keinen Hinweis auf ich finden. Langsam begriff ich, dass etwas nicht stimmte. Ich begann, zu weinen, saß in der Mitte unseres Baus und blickte zum Ausgang, von dem her das wenige Licht ins Innere fiel. Ich musste jemand finden, der mir sagen konnte was mit Robert geschehen war. Ich beschloss, die Mutter von Rolf aufzusuchen.
    
    Wenn jemand Bescheid wusste, dann sie. Aber auch sie war nicht Zuhause. Also irrte ich über Umwege nach Hause, wo mein Vater mich besorgt unter der Haustüre empfing. Er nahm mich schweigend mit in sein Büro, schloss die Türe hinter uns und ließ mich auf dem Sofa hin sitzen. Und ließ sich neben mir in den altdeutschen Stoffsessel sinken.
    
    "Du hast es schon gehört. Ich sehe es dir an."
    
    "Was ist mit Robert los?"
    
    "Es ist schwer, zu sagen, aber so wie es aussieht, hat er gestern Abend, entweder aus Versehen oder ... Absichtlich Pflanzengift getrunken. Er muss sehr schnell gestorben sein, jede Hilfe kam zu spät. Hat er dir nichts gesagt?" "Nein."
    
    Ich überlegte noch einmal.
    
    "Nein, wir haben Pläne geschmiedet, was wir heute noch tun würden. Wir wollten zwei neue Figuren machen und unser Stück noch weiter ausbauen."
    
    "Hat er mit dir über seine Eltern gesprochen?" Bei dieser Frage klicke es bei mir.
    
    Robert hatte immer Angst gehabt, dass eine Eltern ...
    ... sich trennen würden. Oft hat er mir erzählt, dass er sich dann umbringen würde, aber ich hielt das für eine Drohung, die er nie wahr machen würde. Wir hatten anschießend auch immer wieder darüber Witze gemacht.
    
    "Sie wollten sich scheiden lassen", sagte ich zu meinem Vater. Er nickte.
    
    "Herr Maier hat angerufen, du musst diese Woche nicht mehr zur Schule. Es ist sicher gut, wenn du zu Hause bleibst."
    
    "Warum?", wollte ich wissen.
    
    "Dann kannst du dummen Fragen der Anderen aus dem Weg gehen." War seine Antwort, die mich zwar nicht zufriedenstellte, ich wusste aber, dass ein weiteres Nachfragen bei meinem Vater nichts half.
    
    Meine Mutter verbot mir sogar das Haus in den kommenden Tagen zu verlassen. Ich erfuhr nur, dass Robert sich wirklich selbst das Leben genommen hatte. Man könne das mit Sicherheit sagen, da er einen Abschiedsbrief hinterlassen habe. Meine Mutter erlaubte mir nicht einmal, zum Begräbnis zu gehen. Ich schlich mich an diesem Tag heimlich aus dem Haus.
    
    Als ich jedoch am Kirchplatz die gesamte Schuljugend sah, drehte ich aus Angst, von einem verpfiffen zu werden, um und ging wieder nach Hause. Lange Tage und Wochen ging ich immer wieder zum Birnbaum, sah in unserem Bohnenstangen Haus nach, ob Robert nicht doch noch, ein Zeichen für mich hinterlegt hatte. Ich weiß nicht warum, aber irgendwann hatte ich aufgegeben zu fragen.
    
    "Warum weinst du?", Charlotte stand in der Tür und blickte verwundert zu mir rüber. Leicht schluchzend versuchte ich ihr, kurz ...
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