1. Adlige unter sich 05


    Datum: 17.11.2020, Kategorien: Hausfrauen Autor: bySweetEljot

    ... spöttisch zurück. Er fuhr fort: „Sie wissen auch, dass ich auf Brautschau bin. Und neben Ihrem süßen Töchterlein gibt es noch weitere Kandidatinnen auf einen Platz an meiner Seite. Die letzte Brautschau hat unerwartet sehr lange gedauert. Und ich kann Ihnen sagen: Ich habe mich verliebt!"
    
    Diese fast beiläufige Aussage haute Brigitte von Hanfstein fast um. Entsetzen breitete sich auf ihrem Gesicht aus. Natürlich war sie sauer auf ihn. Natürlich fühlte sie sich gedemütigt, weil er gefühlte Ewigkeiten nichts von sich hören ließ. Natürlich wünschte sie ihn zum Teufel. Und doch -- ganz schwach in ihrem Hinterkopf -- hielt sich noch immer der Funken Hoffnung, dass er ihre Lara zur Gemahlin wählen würde. Umso mehr stachen diese Worte mitten in ihr Herz.
    
    „Wer ist es?" Ihre Frage klang scharf.
    
    „Ich war beim Grafen von Reichenbach", gab Jonas bereitwillig Auskunft.
    
    „Was?" kam der schrille Ausruf. „Und ausgerechnet an Komtess Cynthia wollen Sie Ihr Herz verschenken? Das gibt es doch gar nicht!" Die Baronin war wirklich fassungslos. „Sie wollen mir doch nicht allen Ernstes weismachen, dass Sie diese ..." Brigitte rang nach Worten. ‚Ziege' lag ihr auf den Lippen. „... dieses Mädchen meiner Lara vorziehen!?!?"
    
    „Oh, Sie kennen die Familie?"
    
    „Selbstverständlich!" rief Brigitte aufgeregt. „Und von Ihnen will ich wissen, welche Vorzüge dieses unreife Mädchen gegenüber meiner Lara angeblich haben soll!"
    
    „Nun, um ehrlich zu sein", schmunzelte Jonas, „gar ...
    ... keine!"
    
    Jetzt verstand die Baronin gar nichts mehr. Er gab zu, dass die Komtess ihrer Freiin in allen Belangen unterlegen war -- und doch hatte er sich in sie verliebt!? „Das müssen Sie mir erklären", war sie ganz aufgebracht. „Wie können Sie sich in sie verlieben, wenn Sie gleichzeitig erklären, dass sie gar keine Stärken hat?"
    
    „Es ist ja nicht die Komtess, in die ich mich verliebt habe! Natürlich würde ich sie heiraten, aber nur, um ihre Mutter, die Gräfin zu bekommen!"
    
    „Die ... die Gräfin Konstanze?" stotterte Brigitte. „Dieses... Ein... ein eher unscheinbares Weib? Wie können Sie sich in die nur verlieben?" Immer mehr ergriff Unsicherheit von ihr Besitz. Sie, die stolze Baronin war von Zweifeln geplagt.
    
    „Wissen Sie", erklärte Jonas geduldig, „ich habe ihr natürlich auch von meiner dominanten Art erzählt. Und dass meine Zukünftige das nicht nur akzeptieren, sondern sogar unterstützen soll! ‚Und was erwarten Sie von Ihrer Schwiegermutter', wollte sie wissen. ‚Völlige Akzeptanz' habe ich ihr gesagt. ‚Und wenn sie selbst ein wenig unterwürfig wäre, würde das auch nicht schaden. ' Sie lief rot an wie eine Tomate, dann bat sie mich, mir etwas zeigen zu dürfen. Wir gingen nach unten und sie zeigte mir einen vollständig eingerichteten Folterkeller. Können Sie sich das vorstellen? Wir kannten uns gerade mal zwei Stunden, hatten ganz nett einen Tee miteinander getrunken, und dann sowas!"
    
    Brigitte war perplex. „Und weiter?" wollte sie wissen. Neugierde hatte von ihr Besitz ...
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