1. Ferngesteuert


    Datum: 19.11.2020, Kategorien: Hausfrauen Autor: byPhiroEpsilon

    ... fremdzugehen?"
    
    Ihre Reaktion war absolut unerwartet: Sie zuckte zusammen.
    
    Wenn wir auch in letzter Zeit uns nicht wirklich wie frisch Verliebte verhalten hatten, war zumindest mir niemals der Gedanke gekommen, Sarah zu betrügen. Ich bin nicht katholisch, nahm aber mein Ehegelübde sehr ernst.
    
    "I-ich ...", stammelte sie, dann holte sie tief Luft und öffnete den Mund.
    
    "Lass", fiel ich ihr ins Wort, "uns erst ins Wohnzimmer gehen. Es scheint, wir haben etwas zu besprechen."
    
    *
    
    Oben angekommen, machte ich uns erst etwas zu trinken. Einen Bailey's für Sarah und einen doppelten Cognac für mich. Ich hatte das Gefühl, dass wir zum ersten Mal seit langer Zeit, ja vielleicht sogar zum allerersten Mal über ein Thema sprechen würden, das unsere Ehe bisher mehr beeinflusst hatte als Sarahs unerfüllter Kinderwunsch. Und ich muss gestehen, ich fühlte mich mehr als unbehaglich.
    
    Sie hatte sich auf die große Ledercouch gesetzt, aufrecht, die Beine geschlossen, die Arme über der Brust verschränkt. Jetzt war nichts mehr von der wilden, lustgetriebenen Frau zu sehen, die mich vor einer halben Stunde richtiggehend überfallen hatte.
    
    Ich stellte ihr Glas auf den Tisch vor sie hin und setzte mich auf den Sessel. Ein wenig Abstand würde uns wohl gut tun.
    
    Sie nickte mir zu und nahm einen recht großen Schluck. "Ich will dich nicht betrügen", sagte sie so leise, dass ich es neben dem Ticken der Wanduhr gerade noch hören konnte. Dann blickte sie mich an.
    
    "Ich hatte ...
    ... gehofft", gab ich langsam zurück, "dass du das sagen würdest. Ich glaube auch nicht, dass ich das ertragen könnte. Aber?"
    
    "Ich ... ich ..." Sie redete nicht weiter, suchte wohl nach einer Formulierung.
    
    Ich holte tief Luft. "Aber du würdest schon gerne mit einem anderen Mann schlafen?"
    
    Sie zuckte zusammen, nahm mit zitternder Hand noch einen Schluck aus ihrem Glas und stellte es wieder zurück. Dann nickte sie langsam.
    
    "Darüber können wir reden", sagte ich. "Hast du jemand Bestimmtes im Kopf oder nicht?" Sie riss ihre Augen weit auf. "Wie? Ich meine... hast du auch schon über so etwas nachgedacht."
    
    Ich schüttelte den Kopf. "Nicht vor deinem überraschenden Geständnis." Nun war ich es, der einen langsamen Schluck nahm. "Und ich weiß auch nicht, wie gut ich mit so etwas umgehen kann. Ich habe mir aber in den letzten paar Minuten vorgenommen, erst einmal gar nichts auszuschließen. Ganz gleich, was für Fantasien du hast: Reden wir darüber."
    
    Sie kam offensichtlich zu einer Entscheidung, stand auf und setzte sich auf meinen Schoß. "Danke", murmelte sie mir ins Ohr.
    
    Ich erfuhr an diesem Abend Dinge über meine Frau, die mir nicht in meinen wildesten Träumen eingefallen wären. Ich musste auch zugeben, dass ich auch ähnliche Fantasien wie sie hegte. Es war dann nicht so, dass wir uns gleich zusätzliche Partner besorgten, doch wir hatten eine völlig neue Perspektive.
    
    Und es war auch nicht so, dass wir nur redeten. Nein, wir landeten schon bald zu zweit auf dem Sofa und ...
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