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Feenzauber Teil 02
Datum: 22.11.2020, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byNucleus
... miteinander führten, wissen lassen, sollte sie sich jemals wieder mit einem Mann einlassen, dass es auf keinen Fall ein jüngerer sein würde. Die Fotosession am Wochenende im weichen Gras der Moorlandschaft war ein Knaller. Sie lachten sehr viel und alberten wie Kinder. Fast wäre Martin sogar rückwärts in einen Tümpel gefallen, als er auf der Suche nach dem optimalen Bildausschnitt war. Der Tag verging trotz der mitteleuropäischen Sommerzeit ziemlich schnell. Entstanden sind dabei viele Fotos, die ihre sinnliche und erotische Ausstrahlung hervorhoben. Martin war richtig stolz, als sie ihn am Abend in den Arm nahm und sich mit einem dicken Kuss auf die Stirn bedankte. Sie saßen noch lange auf dem kleinen Steg am Tümpel. Mareike erzählte ihm, wie sie zur Malerei kam und welche Bedeutung die Feenbilder in ihrem Bad hatten. Ein Irlandurlaub brachte sie auf diesen Weg. Dort gehören die Feen zur Sagenwelt und überall findet man Spuren, wenn man sie sucht. Wohnorte dieser zauberhaften Wesen sind die so genannten Feenhügel, um die sich viele Geschichten ranken. Nur die wenigsten Menschen wissen, dass es auch männliche Feen gibt, wie den Gancanagh, von dem man behauptet er sei unglaublich schön und würde sterbliche Frauen verführen und dann verlassen, sodass sie bis zu ihrem Tode vergeblich nach ihm suchen. Sie wurde fast ein bisschen wehmütig, als sie ihm diese Geschichte erzählte, betonte, aber dass ihr Mann nicht der Typ sei, nach dem sie bis zu ihrem Tod suchen würde. Als ...
... die Dunkelheit ihr Tuch über die Landschaft legte und geheimnisvolle Lichter im Moor begannen zu leuchten, schmiegte sie sich leicht an Martins Schulter. Wenn er älter gewesen wäre, hätte er sich bestimmt in diese Frau verlieben können. Irgendwie bedauerte er, dass er sie als Vorlage für seine angestaute Lust missbraucht hatte, auch wenn die Vorstellung sie im Geiste schon befriedigt zu haben, unheimlich geil war. -Naja, vergessen und vorbei.- Es wurde Zeit, sich auf den Nachhauseweg zu machen. Man hatte ja schon oft von Wanderern gehört, die sich nachts im Moor verirrten und nie wieder gefunden wurden. Es blieb nicht die einzige gemeinsame Unternehmung. Wann immer sie konnte, begleitete sie ihn auf seinen Fototouren. Sie zeigte ihm im Moor viele verborgene Stellen, an denen sie mit ihrem Mann früher viel Zeit verbracht hatte. Als Biologe kümmerte er sich mehr um die Natur, als um seine Frau. Sie war für ihn nur die reizende Assistentin, die ihn bei seiner Forschung unterstützte und zudem noch den Haushalt in Ordnung hielt. Schnell sprach sich in der Gegend herum, dass er ein talentierter Fotograf war, nicht nur bei den Frauen des Dorfes. Sein Fotografenmeister hielt mittlerweile große Stücke auf ihn, sodass er ihn bald allein zu Hochzeiten und Geburtstagen schickte. Sein unbefangener Umgang mit Menschen machte ihn sehr beliebt. Auch bei den Frauen. An Angeboten für persönliche Aufnahmen mangelte es nicht. Oft war schon vorher erkennbar, in welche Richtung diese ...