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Die Skaterin Teil 04
Datum: 23.01.2021, Kategorien: Nicht festgelegt, Autor: byKrystanX
... Verlieses zurückließ. Kim bemerkte sie anfangs gar nicht. Zu sehr war sie in ihrer kleinen Welt aus Schmerz gefangen, in die Ace sie mit großem Genuss gestoßen hatte. Erst als das Mädchen sich aus ihrer Ecke erhob und zu der neuen Zellenbewohnerin gekrochen kam, erkannte sie, dass sie nicht alleine war. Als Kim sich aus ihrer schützenden Embryohaltung aufrichtete, um das Mädchen besser im halbdunklen erkennen zu können, wich dieses sofort wie ein scheues Tier zurück. "Hey, keine Sorge, ich tue dir nichts", meinte sie zu dem Mädchen. Ihre Worte klangen in diesem Moment fast wie Hohn. Kim lag mit Handschellen gefesselt und nur noch mit ein paar zerrissen Lumpen bekleidet auf der Seite. Ihre Brüste lagen frei und überall auf ihrer Haut waren die blutigen Striemen zu erkennen, die der Zuhälter ihr mit einer Peitsche verpasst hatte. Selbst wenn sie es wollte, hätte sie in ihrem momentanen Zustand niemandem etwas tun können. Das Mädchen hatte wohl ungefähr das Alter von den jüngsten Mädchen in Kims kleiner Skatergang und in der werdenden Mutter zeigten sich erneut ihre führsorglichen Instinkte, die sie schon früher zu einer Anführerin werden ließen. In ihrer hilflosen Lage konnte sie jedoch kaum mehr, als sich unter Schmerzen aufrichten und sie mit wehmütigem Blick ansehen. Das Mädchen hatte zweifellos schon Schlimmes in diesen Mauern erlebt. Allein der Gedanke daran, was Ace und seine Leute hier mit einem Kind taten, ließ den Zorn des Straßenmädchens aufkochen. Dieses ...
... Gefühl verdrängte für einen Moment jede Pein und ersetzte diese durch Mordlust. "Ich bin Kim", meinte sie, während sie sich mit der nackten Schulter an der der feuchten Betonwand aus dem Zweiten Weltkrieg abstützte. "Olivia", meinte das Mädchen schließlich zögerlich. Im Gegensatz zu Kim war sie nicht gefesselt, doch sie schien immer noch von Angst paralysiert zu sein. "Olivia, wie lange bist du schon hier?" Kim wollte mit ihr ein Gespräch anfangen. Sie wollte wissen, was diese Schweine getan hatten, und was sie mit ihnen noch vorhatten. Es war irgendwie seltsam. Jetzt, da Olivia bei ihr war, hatte sie selbst überhaupt keine Angst. Weder um sich, noch um das ungeborene Kind in ihrem Bauch. Dieses Mädchen galt es nun zu retten, genauso wie es Shiva zu retten galt. Sie selbst war in dieser Gleichung seltsam unbedeutend und entbehrlich. Vielleicht war es jene Todessehnsucht, die sie selbst aus ihrer Kindheit mit sich trug. Jenes dunkle Geheimnis, welches hinter Abenteuerlust und Überlebenswillen auf der Straße verborgen war. Jenes Geheimnis, welches mit einem Mann wie Ace zu tun hatte. Einem Mann, vor dem sie niemals mehr Angst haben wollte, seit er sie zum letzten Mal berührt hatte. Damals war sie ungefähr in demselben Alter wie Olivia jetzt. "Zwei, zwei Wochen", stotterte das Mädchen. Kim biss sich auf die Lippen, während sie die, von den Handschellen eingeschnürten Hände, zur Faust ballte. Der Schmerz war in diesem Moment so süßlich. Er erinnerte sie daran, dass ...