1. Die Skaterin Teil 04


    Datum: 23.01.2021, Kategorien: Nicht festgelegt, Autor: byKrystanX

    ... würde. Aus Unbeholfenheit heraus hatte der junge Mann die Büchse der Pandora geöffnet und nun dämmerte es ihm, dass er den Plan nicht zu Ende gedacht hatte.
    
    Er hatte dem Handlanger von Ace nur etwas Angst machen wollen. Er wollte nur wissen, wo dieser Kim versteckte. Diese Art der leichten Tortur schien ihm dafür das geeignete Mittel. Vielleicht war es das auch, doch diese Art der Folter brauchte Zeit und Geschick. Beides besaß der ehemalige Bundeswehrsoldat nicht, denn in der deutschen Armee war es nicht mehr üblich, seinen Soldaten einen Folterlehrgang zu offerieren. Und wie viel Zeit Kim noch hatte, wusste Alex nicht. Ace hatte das schwangere Mädchen irgendwohin verschleppt, da war er sich sicher. Was er jedoch mit ihr anstellen würde, blieb nur seiner Fantasie überlassen.
    
    Wieder blickte er zu Viktor, der schnaubend dalag. Dieser muskulöse Kerl, der nackt auf seine improvisierte Folterbank gespannt war, war der einzige Schlüssel, der ihm in diesem Moment noch weiterbringen konnte. Wenn er Kim retten wollte, musste einen Weg finden, diesen Schlüssel zu drehen. Er musste sie und sein ungeborenes Kind retten, das war alles was zählte.
    
    Alex griff in seine Jackentasche und holte sich Zigaretten und sein Feuerzeug. Er brauchte eine Kippe, auch wenn er eigentlich damit aufgehört hatte. Hastig zündete er sie an und nahm den ersten Zug. Der Rauch füllte seinen Lungen. Das Ritual half beim Denken. Ja, wirklich. Vielleicht, er blickte auf das Feuerzeug in seiner Hand, ...
    ... vielleicht war es wirklich an der Zeit die Samthandschuhe auszuziehen.
    
    Mit der Zigarette im Mund ging Alex zu einem alten Ölfass, auf dem ein schmieriger Lappen lag. Seine Augen glänzten, als er mit dem in Öl getränkten Stück Stoff zurückkam. Zum ersten Mal flackerte so etwas wie Angst in den Augen des kasachischen Türstehers auf, als dieser plötzlich erahnte, welche perversen Fantasien sich in Alex wirrer Gedankenwelt gerade verselbstständigten. Bald erfüllten unmenschliche Laute die alte Industriehalle. Verzweifelte Schreie eines Menschen, der nur noch um Erlösung bettelte.
    
    ***
    
    Wie ein lebloses Stück Fleisch schleifte Igor das Mädchen durch die Gänge des alten Bunkers. Kims nackte Haut war bereits an zahlreichen Stellen aufgerissen, als er die Stahltür öffnete und sie mit einem groben Stoß in die ungefähr drei Mal drei Meter große Zelle beförderte.
    
    "Hier! Du bekommst Gesellschaft." Seine Worte waren nicht an Kim gerichtet, sondern an das ungefähr zwölf Jahre alte Mädchen, welches zusammengekauert auf einer Matratze saß. Ein weißes T-Shirt und ein großer Teddybär schienen alles zu sein, was dieses junge Geschöpf besaß, und woran sie sich klammern konnte. Langes blondes Haar fiel ihr ins Gesicht und verdeckte so einen Teil ihrer noch kindlichen Erscheinung. Igor lächelte sie an und das kleine Mädchen zuckte instinktiv zurück. Sie war froh, wie er die Zellentür wieder von außen Schloss und sie alleine mit der am Boden liegenden jungen Frau in dem dämmrigen Licht des ...
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