1. Die Skaterin Teil 04


    Datum: 23.01.2021, Kategorien: Nicht festgelegt, Autor: byKrystanX

    ... des 3. Reichs zeugten von der braunen Vergangenheit jenes Gewölbes, welches nichts von seinem Schrecken verloren hatte.
    
    "Wie kommen wir hier heraus?", fragte Olivia ängstlich, als sie sich erneut vor einer verschlossenen Panzertür befanden, die ihnen den Weg abschnitt. "Die werden uns doch sicher suchen?"
    
    Kim dachte an Igor, den sie in dem Büro zurückgelassen hatte. Er würde sicher bald zu sich kommen. Sie bereute es irgendwie, dass sie nicht den Mut gehabt hatte, ihn zu töten. Die Handschellen würden ihn bestimmt nicht lange festhalten. "Wir schaffen das schon. Außerdem, wenn wir uns hier verlaufen, dann werden die Männer uns hier drinnen auch nicht finden."
    
    Olivia lächelte zaghaft, als sie zu Kim aufblickte. Ein Moment der Hoffnung spiegelte sich in ihren Augen wieder. Doch plötzlich jagte ein neues Geräusch Angst in die Augen des Mädchens und auch Kim erstarrte. Das laute Bellen eines Hundes hallte durch den Bunker.
    
    ***
    
    Das Hundegebell jagte bedrohlich durch die Gänge, während Olivia und Kim einfach nur liefen. Sie hasteten vorbei an alten Naziinsignien, die auch nach fast einem Jahrhundert ihre Schrecken nicht verloren hatten. Sie wussten nicht, wohin sie das in Beton gegossene Labyrinth führte. Sie wussten nicht, wieviele sie verfolgten. Sie spürten nur die Angst, die nun plötzlich von ihnen Besitz ergriffen hatte. Ihre Herzen pulsierten. Schweiß schoss aus ihren Drüsen. Beide wussten, dass es um alles ging. Ihr Leben, ihre Freiheit, einfach alles. Ihre ...
    ... Muskeln schmerzten, ihre Lungen brannten, doch sie ignorierten es.
    
    Kim hielt die Hand des Mädchens fest umschlossen. Sie wollte sie nicht verlieren, sie nicht in den Händen jener perversen Männer zurücklassen. Sie selbst trug auf ihrer entblößten Haut die deutlichen Spuren ihrer Misshandlung, die der Zuhälter Ace und seine Männer ihr zugefügt hatten. Das Blut eines der Männer klebte an ihren Mundwinkeln und verlieh der jungen Frau die Fratze einer Furie. Ihre Angst galt nicht ihrem Körper, nicht dem ungeborenen Leben in ihr. Ihre Angst galt alleine Olivia. Sie wollte das Mädchen retten, auch wenn sie es kaum kannte. Aber in Wirklichkeit war es nicht Olivia, die sie retten wollte. Nein, das Mädchen um dessen Schicksal sie kämpfte, war schon lange Tod. Ein Geist der Vergangenheit, der Kim verfolgte und antrieb.
    
    Sie kamen in einen Gang, aus dem es nur einen einzigen Ausgang zu geben schien. Kim griff nach dem Riegel und mit vereinten Kräften öffneten sie das große Tor, welches zu einem Saal führte, der durch mehrere Lampen in ein surreales Licht getaucht wurde. Das Gekeife des Hundes wurde immer lauter. Bevor sie sich noch in dem, von roten Hakenkreuzen geschmückten, Raum umsehen konnten, versuchten die Mädchen hastig das Tor hinter ihnen wieder zu schließen. Doch zu spät.
    
    Die Bestie sprang durch einen Spalt hindurch, der gerade noch groß genug war für den drahtigen Körper des Deutschen Schäferhunds. Er schnappte nach Olivia, doch verfehlte er das Mädchen im Flug und ...
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