1. Die Rache


    Datum: 02.02.2021, Kategorien: Sonstige, Autor: Pia von Baden

    ... schlimmer. Sie hatte meinen Stolz mit Füßen getreten und sich anschließend mit Jannik vögelnd darin gewälzt. Dabei steht sie gar nicht auf dunkelhaarige Kerle. Es war mir ein Rätsel, wie diese Beziehung bereits so lange andauern konnte.
    
    Jetzt also war ich also direkt auf dem Weg in die sonnige Hölle. Als ich Janniks Mercedes Cabrio vor dem Haus, welches sich hiermit wohl als unser Reiseziel herausstellte, erblickte, wäre ich am liebsten wieder umgekehrt. Ich hatte nichts gegen Mercedes. Automarken interessierten mich ehrlich gesagt nicht im Geringsten. Es war vielmehr Sophie, die meinen Würgereiz arg strapazierte. Sie räkelte sich gerade in einem zu knappen Kleid auf der Kühlerhaube, während Jannik sie dabei fotografierte. Sicherlich würde man die Bilder bald unter www.billiger-geht-es-wirklich-nicht.de im Netz finden können.
    
    Kaum war ich ausgestiegen, kam Jannik auf mich zu und umarmte mich. Seine rechte Hand griff mir ungeniert an meinen Hintern. Allerdings hatte er darauf geachtet, dass es sonst niemand sehen konnte. Wenig später kam Sophie mit einem gekünstelten Lächeln (ein anderes hatte ich bei ihr noch nie gesehen) auf mich zu.
    
    "Hallo Pia! Wie schön, dass du es endlich einrichten konntest, uns hier zu besuchen!"
    
    Wie großzügig. Als ob es ihr Haus wäre. Was für eine Bitch.
    
    "Ja, ich freue mich auch!". Wirklich unbändig und über alle Maßen. Kotz.
    
    "Und wehe du versuchst irgendwas bei Jannik", zischte sie mir leise, aber giftig ins Ohr.
    
    "Dein Jannik ...
    ... interessiert mich einen Dreck", gab ich zurück. Das war natürlich glatt gelogen. Auch wenn ich mir eine Beziehung mit ihm unter keinen Umständen vorstellen konnte, wäre ich für körperliche Aktivitäten durchaus zu haben. Von meinem Stolz war ja ohnehin nicht mehr viel übrig. Ich überlegte kurz, ob ich ihr vom beherzten Griff ihres Freundes an meinen Po berichten sollte. Aber so plump war ich dann doch nicht. Ich ließ Sophie stehen und mir von Jannik mein Zimmer zeigen. Es war das kleinere der Gästezimmer und immer noch größer als jedes Schlafzimmer, das ich in meinem Leben bewohnt hatte. Seine Eltern mussten ja fast umkommen vor lauter Geld.
    
    Ich packte meine Sachen in den Schrank, machte mich ein wenig frisch und überlegte, welchen Bikini ich anziehen sollte. Drei Stück hatte ich eingepackt. Einen knappen, einen sehr knappen und für alle Fälle noch einen ultra knappen. Ich entschied mich für die mittlere Variante, schließlich musste ich noch Steigerungspotenzial besitzen. Als ich mich im Spiegel anschaute, erschrak ich fast. Viel Stoff trug ich nicht am Körper. War das zu gewagt? Wir würden schließlich gleich an den Strand fahren. Dieser Bikini war wohl eher etwas für den privaten Rahmen. Doch als ich mich gedanklich gerade für die etwas züchtigere Variante entschieden hatte, klopfte es an der Tür.
    
    "Kann ich reinkommen?" Es war Janniks Stimme.
    
    "Na klar", antwortete ich automatisch. Dann fiel mir ein, was ich gerade anhatte. Oder besser, was ich nicht anhatte. Aber es war ...
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