1. Mein Boss 02.Teil


    Datum: 07.02.2021, Kategorien: Transen Autor: byAmonasro

    In der Höhle des Löwen
    
    „Nun, hast Du Dir's überlegt, ob Du für mich arbeiten willst?" fragte mich Solischyn am nächsten Morgen, als ich mit meinem rosa Flitzer wieder zu seinem Anwesen gekommen war und im Empfangszimmer wieder auf seinem Sofa Platz nahm.
    
    „Gerne!", ich brauchte nicht nachzudenken.
    
    Zum einen wünschte ich mir weitere solche schönen Erlebnisse wie gestern, die mich die letzte Nacht kaum schlafen haben lassen.
    
    Zum anderen hatte ich doch den Auftrag, so nahe wie möglich an Solischyn zu rücken.
    
    Ich hätte nicht gedacht, dass es so leicht werden würde.
    
    „Na, dann: Prost!" Wir stießen mit den geöffneten Bierflaschen an, von denen er mir eine in die Hand drückte.
    
    Es war abgemacht.
    
    „Wann drehen wir denn ein Ding?" fragte ich eifrig.
    
    „ - , als erstes ein paar Regeln..."
    
    Seine Stimmung begann sich zu ändern, seine freundliche Kumpelhaftigkeit kehrte sich zu einer Schroffheit, erst vorsichtig leise, die sich rasch zur lauten Bedrohlichkeit steigerte:
    
    „Ich mag gar nicht, wenn mir jemand Fragen stellt ...! -
    
    Du brauchst nicht nachdenken, das besorge ich! - Ich habe den Plan im Kopf. Ich sage, was läuft!
    
    - Und ganz und gar nicht ausstehen kann ich, wenn man nicht aufs Wort folgt!!
    
    - Nicht nachdenken! - Nicht nachfragen! -
    
    Einfach tun, was ich sage!!!
    
    Verstanden???"
    
    „Klar..." erwiderte eingeschüchtert.
    
    „ ‚Klar, BOSS' heißt das für Dich!!!" brüllte er mich an!
    
    „Klar Boss ..." wiederholte ich verängstigt.
    
    Oweia!
    
    Das lief nicht gut!
    
    Mir stieg der Angstschweiß auf.
    
    Wie hatte sich die Situation geändert! Und wie rasch ...!
    
    Plötzlich wurde mir bewusst, in welcher Situation ich war. Ich war alleine mit einem Kerl, der nicht zögern würde, mich zu erledigen, wann immer es ihm einfiel!
    
    Bloß nicht reizen!
    
    Einfach tun, was er sagt.
    
    Ihn besänftigen!
    
    Ich legte versöhnlich meine Hand auf seinen Unterarm, - er schlug sie mir wuchtig weg.
    
    „Und wage ja nicht, mich zu berühren, ohne dass ich es Dir angeschafft habe!" Er war jetzt richtig wütend.
    
    In mir stieg Panik hoch...!
    
    Was sollte ich tun?
    
    Es konnte immer das Falsche sein. Der würde mich kalt machen, bevor ich mit der Wimper zucken könnte!
    
    Völlig gebrochen stand ich vor ihm mit gesenktem Blick und hängenden Schulter...
    
    -
    
    Und plötzlich klang seine Stimme wieder ruhig: „Jetzt steh nicht so da, als würdest Du Dir gleich in die Hose scheißen. Wenn Du mal die Regeln kapiert hast, kannst Du ein gutes Leben bei mir haben."
    
    Schnell wandelte sich auch meine Stimmung!
    
    Meine Panik ebbte langsam ab, ich fühlte wieder ein wenig Zuversicht.
    
    Wenn er so mit mir sprach, dann fühlte ich mich gleich viel sicherer.
    
    Es war seltsam: Binnen kürzester Zeit erlebte ich ihn so unterschiedlich, als wären es zwei Personen:
    
    - Einmal war er der große und mächtige Kumpel, der mich mit seiner Wärme und Wohlgesonnenheit aufblühen ließ. Dann behandelte er mich wie ein zerbrechliches Ei, das er beschützte.
    
    - Und dann war er ...
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