1. Maxi 1


    Datum: 06.03.2021, Kategorien: Kunst, Autor: Anonym

    Maxi
    
    Sie ist mein erstes Aktmodell, privat, meine ich, so ganz für mich alleine.
    
    Aus unserer Malklasse kannte ich natürlich die Situation.
    
    Aber da ist man eben Einer von Vielen
    
    Was man da so macht und was man da so denkt, es interessiert Niemanden.
    
    Die Atmosphäre ist steril. Die Kursleiterin achtet streng auf züchtige Posen.
    
    Meist zugekniffene Posen, darüber waren sich in der Zigarettenpause alle männlichen Teilnehmer einig. Die weiblichen waren seltsamerweise immer in der Überzahl.
    
    Komisch! Und man wagte sich nie, irgendetwas zu dem Modell zu sagen, aus Angst irgendwie anzuecken. Schließlich war das Mädel ja nackt vor so vielen Leuten und dadurch absolut Tabu vor jeder Anmache.
    
    Nur die älteren Herren durften sie direkt ansprechen. Durften? Sie taten es einfach.
    
    Und wie oft war ich schon wütend und neidisch gewesen, weil SIE sich in der Pause einfach ungezwungen gerade zu den Alten Meistern stellte.
    
    Nur mit einem locker um die Hüften gewickelten Handtuch bekleidet oder auch nur mit ihren Händen auf den Brüsten oder meistens einfach so, nackt, wie sie gerade war.
    
    Warum finde ich eigentlich gerade diese Situation so erotisch?
    
    Viel erotischer, als wenn sie ganz alleine oder auch mit ihrem Freund nackt auf dem Podest stand. Es ist die Nähe und die Ungezwungenheit. Sie hat eben Vertrauen zu den Ollen.
    
    Und ich? Hat zu mir auch mal eine Frau solches Vertrauen?
    
    Wenn sie ganz nackt ist, meine ich. Kann sie das wirklich ...
    ... haben?
    
    Wie ihre Brüste immer so lustig und wundervoll wippten und schaukelten, wenn sie über einen Witz lachte, den ich nicht hören konnte.
    
    Wie sie dabei immer ungeniert ins Hohlkreuz ging und ihr kleines Bäuchlein mit dem kahl rasierten Venushügel vorstreckte und einfach so drauflos lachte
    
    Ich hasste diese Pausen!
    
    Ich sehnte mich nach diesen Pausen!
    
    Heute ist unser vereinbarter Termin.
    
    Ich kenne die Frau nicht. Hab sie per Zeitungsannonce gesucht. Nie gesehen, bisher.
    
    Zwei Wochen lang kam nichts. Kein Angebot. Ich hatte die Annonce 3 Wochen immer wieder in der Mittwochs- und in der Sonntagsausgabe unter Stellenanzeigen erscheinen lassen.
    
    Gestern dann der Anruf. Es war Montag, die erste Ferienwoche und Semesterferien bei den Studenten. Ich Dämlack! Was hätte ich für Geld sparen können!
    
    Ich wollte mal fragen, wegen Ihrer Anzeige, Aktmodell gesucht, 5 die Stunde..
    
    Das sind Sie doch hoffentlich, ja?
    
    Ja, das bin ich kriegte ich gerade noch heraus, dann trat mir der Angstschweiß aus und meine Hände fingen an zu zittern.
    
    Sie plappert weiter Ist schon bissel spät, ich weiß! Aber ist der Job vielleicht doch noch zu haben? Oder, wenn vielleicht jemand abspringt, dann könnte ich javielleicht, bitte?
    
    Ich traute meinen Ohren nicht! Erst mal die Stimme! Keine dümmliche Kieckse, wie ich erst erwartet hatte, sondern eine junge klare schöne Frauenstimme mit einem dunklen Timbre, wie ich es sonst immer bei einer gepflegten jungen Dame aus der wohlhabenden ...
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