1. Maxi 1


    Datum: 06.03.2021, Kategorien: Kunst, Autor: Anonym

    ... Lyzeumsabsolventinnen-Riege geradezu voraussetzte.
    
    Und die wollte DEN Job. Sie bat MICH darum. Ich schluckte. Ich kriegte die Maulsperre.
    
    Sind Sie noch dran? Ist wohl doch nichts mehr damit. Schade! Sie brauchen nicht nach Entschuldigungen zu kramen, Schließlich, ich bin ja selber schuld. Hätte mich ja auch schon vorige Woche mal melden können
    
    Ich musste jetzt schleunigst wieder aufwachen, sonst legte sie noch auf, und ich hätte ihre Nummer nicht!
    
    Nein! Das heißt natürlich Ja! Der Job ist noch frei. Wann können Sie anfangen?
    
    Gleich, wenn Sie wollen. Wo wohnen Sie denn? Hier im Ort?
    
    Gleich ging nicht. Auf keinen Fall!
    
    Erst musste ich mal meine Bude zum Atelier umgestalten.
    
    Sonst nahm sie mir dann vielleicht den Maler nicht ab und ging wieder.
    
    Sie gab mir ihre Telefonnummer, ich rief zurück und wir vereinbarten unser erstes Treffen für Heute, 15:00 Uhr.
    
    Das ist jetzt!
    
    Und da klingelt es auch schon! Eine Frau, die pünktlich ist.
    
    Die kann ja überhaupt kein bisschen eitel sein.
    
    Die wird doch nicht etwa hässlich sein?! Durchfährt es mich.
    
    Ist sie es auch wirklich, und nicht etwa der Postbote, oder die Nachbarin?
    
    Ich linse erst mal durch den Spion.
    
    Und ich blicke in den verkleinert und verzerrt dargestellten eckigen Ausschnitt eines weinroten T-Shirts. Was darin ist, ist aber keineswegs klein und verzerrt.
    
    Es ist doppelt und schön rund. Und es wippt.
    
    Sie wippt ungeduldig auf den Fußballen auf und ab.
    
    Sie trägt Jeans und eine ...
    ... offene schwarze Lederjacke.
    
    Ihr Gesicht kann ich nicht sehen. Sie ist ziemlich groß!
    
    So habe ich mich zuletzt vor der mündlichen Abiturprüfung gefühlt.
    
    Ich habe überhaupt kein Thema vorbereitet, mit dem ich sie unterhalten könnte.
    
    Meine Birne ist völlig leer. Ob ich so tue, als wäre gar Keiner da?
    
    Mir ist zum Kotzen erbärmlich und gleichzeitig zum Platzen gespannt zumute.
    
    Gleich wird dieses Weib hier nackt herumstehen. Ganz nackt!
    
    Wie kriege ich sie aber dazu?
    
    Wann und wie sage ich Wollen Sie sich bitte vielleicht jetzt ausziehen?
    
    ich geh so lange mal in die Küche oder so ähnlich.
    
    Mannomann!
    
    Sie klopft zwei Mal laut an die Tür Hallo!
    
    Ich reiße mich zusammen und öffne die Tür.
    
    Sie ist nicht hässlich! Sie wirkt burschikos mit ihrem kurz geschnittenen schwarzen Haar und sportlich. Sie ist ziemlich groß. Lange schlanke Beine. Braungebranntes Gesicht.
    
    Große, auseinander stehende Augen. Exotisch. Romantisch.
    
    Und sie lächelt mich fröhlich an.
    
    Tag, ich bin die Maxi
    
    Winnetou! Äh, ..ich dachte gerade, äh, sie ähneln der Schwester von Winnetou aus dem Film meine ich, `tschuldigung, Andreas Weimer.
    
    Der hat mir gut gefallen, der Winnetou. Gefalle ich dir auch?
    
    Wie hieß doch gleich noch mal die Schwester, Appanatschi, glaub ich
    
    Ich träume immer noch. Aufwachen!
    
    Nein, Ntscho-Tschi, oder so ähnlich
    
    Wie komme ich jetzt bloß von Winnetou auf das Aktzeichnen zurück?
    
    Sie blickt sich inzwischen um, mustert ziemlich gleichgültig ...