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London Calling 07
Datum: 18.04.2021, Kategorien: Erotische Verbindungen, Autor: byplusquamperfekt
... nachweisen. Als ob ich das nötig hätte! Nach alldem, was ich für diese Firma geleistet habe, muss ich mich von diesem versnobten Wichser hier so anmachen lassen?" „Ich verstehe nicht. Was geht hier vor? Worüber streitet ihr?" „Dein Landsmann hier war mit auf der Liste derer, die wir untersucht haben ..." „... und der von allen Verdachtsmomenten gereinigt wurde." „Was soll das heißen, er ist untersucht worden? Warum hab ich das nicht erfahren?" Als ich sein hochmütiges und süffisantes Grinsen sah, war mir eigentlich schon klar, was jetzt kommen würde. Er kannte sie halt auch noch nicht so gut wie ich, sonst hätte er sich den nächsten Satz verkniffen. „Du weißt eben nicht alles, was in dieser Firma vorgeht. Und du hast mir freie Hand gelassen ..." „Ja, das war wohl ein Fehler. Tom ist über jeden Verdacht erhaben. Ich leg für ihn meine Hand ins Feuer. Hätte ich davon gehört, hättest du dir die Untersuchung gleich sparen können." „Du willst doch auch nur sehen, was du sehen willst." „Vielleicht. Weißt du was? Dich will ich hier nicht mehr sehen. Ich lasse dir deine Papiere fertigmachen. Wir können uns deine lächerlichen und kostenintensiven Tests und Maschinen hier eh nicht mehr leisten. Wir sind auch vorher wirklich gut ohne sie ausgekommen. Tom, du kommst mit mir." „Was soll das heißen? Spinnst du? Du kannst mich doch nicht so einfach entlassen. Ich hab einen Vertrag." „Es ist immer noch meine Firma. Die Leute wie Tom hier mit mir aufgebaut ...
... haben. Du bist nur ein Angestellter. Tom ist ein Teil dessen, was wir hier geschaffen haben. Das werden Leute wie du oder Jenkins nie begreifen." Dann ließ sie den Mann, dessen Gesichtsfarbe von blass in sehr ungesundes Rot wechselte, einfach stehen und zog mich mit sich. „Es tut mir leid Tom, aber mir scheint hier wirklich keiner mehr was zu sagen. Ich hätte der Sache sofort einen Riegel vorgeschoben." „Aber musstest du ihn gleich entlassen?" „Das hätte ich früher oder später sowieso gemacht. Wir haben uns mit alldem hier etwas übernommen. Es wird nicht die letzte Entlassung werden, wenn wir nicht bald wieder schwarze Zahlen schreiben. Ich werde mich auch von Jenkins trennen. Ich habe schon einen anderen guten Kandidaten für die Position des Finanzdirektors." Es war das erste Mal, dass ich von Finanzproblemen der Firma hörte, aber überraschend kam das nicht. Ich war auch immer noch viel zu beeindruckt, von der Art, wie sie mich da verteidigt hatte. Wir verabschiedeten uns im Fahrstuhl. Obwohl es in mir brodelte, erzählte ich meinen Kolleginnen zunächst nicht, was vorgefallen war. Zwei Tage später wurden wir dann im Lager in einer kurzen Ansprache davon informiert, dass Jenkins, der Qualitätsmanager und zwei Leute aus der Entwicklungsabteilung die Firma verlassen hatten und der neue Generaldirektor stellte sich vor, der sowohl die Position des Finanzdirektors wie auch diese schon seit längerer Zeit nicht mehr besetzte Position füllen sollte. Keine leichte ...