1. London Calling 07


    Datum: 18.04.2021, Kategorien: Erotische Verbindungen, Autor: byplusquamperfekt

    ... nebenbei noch dreißig Anrufe annehmen, oder was?"
    
    „Nun, versucht es, und wenn es nicht geht, müssen sie sich halt wieder etwas anderes überlegen."
    
    Das war dann schon ein paar Monate später der Fall. Ich war aber nun in der Entwicklungsabteilung. Ich führte einige Statistiken und bildete Leute in Word und Excel aus, bastelte nebenbei an Strukturplänen für die Aufgabenverteilungen in verschiedenen Abteilungen.
    
    Nicht ganz ohne Häme schrieb ich eine neue Liaison Abteilung hinein. Da das alles nicht abendfüllend war und ich auch viel zu sehr daran gewöhnt war, wirklich Leistung zu bringen, beschäftigte ich mich nebenbei noch mit Access, also Datenbanken.
    
    Zwei Monate später hatte das Lager eine neue Liaison Abteilung und auch der Rest meiner Pläne war fast ausnahmslos umgesetzt worden. Mein Manager rief mich in sein Büro.
    
    „Na Glückwunsch. Wie du siehst, hielt man von deinen Plänen große Stücke. Wir stellen dich natürlich selbstverständlich für die Liaison Abteilung frei. Christine, die neue Lagermanagerin, sagte und ich zitiere wörtlich: „Ich kann es kaum erwarten ihn in meine Finger zu bekommen". Es bleibt dir überlassen, das zu deuten, wie du willst."
    
    „Freigestellt? Das heißt, ich muss dahin?"
    
    „Was? Nein, natürlich nicht. Es bleibt dir überlassen. Ich verstehe nicht. Wir hatten geglaubt, du wolltest in die Abteilung. Warum hast du sie sonst wieder ins Leben gerufen?"
    
    „Das hatte doch nichts mit mir zu tun. Es war einfach eine Notwendigkeit, um die ...
    ... Arbeitsabläufe zu optimieren. Wir waren nicht ohne Grund da und wie viel ohne uns schief gelaufen ist, habt ihr ja wohl alle mitbekommen."
    
    „Überleg dir das gut. Christine ist richtig scharf auf dich. So ohne weiteres wird sie das nicht hinnehmen. Ich freu mich natürlich, dass du bei uns bleiben willst ... aber ernsthaft, macht dir das hier wirklich Spaß? Du bist doch total unterfordert, oder?"
    
    „Ich weiß nicht, ob du das verstehst, aber mir käme das wie ein Verrat an meine ehemaligen Kollegen vor, die vor gar nicht langer Zeit geflogen sind."
    
    „Doch, verstehe ich gut. Tatsache bleibt, dass du der beste Mann für den Job bist, und das weißt du. Was soll ich Christine jetzt sagen?"
    
    „Sag ihr, dass ich nein gesagt habe. Ich hab irgendwo noch Michelles Telefonnummer, wenn ihr sie zurückholen wollt. Tut mir leid. Eine Frage der persönlichen Ethik."
    
    Er schüttelte missmutig den Kopf.
    
    „Meinst du, du kannst dir so etwas in dieser Firma auf Dauer leisten?"
    
    „Vielleicht brauch ich das ja auch gar nicht."
    
    „Verstehe. Wir sind alle wegen der Entwicklung der Firma beunruhigt. Aber darum brauchen wir auch gerade erfahrene Leute an den richtigen Positionen. Überleg es dir bitte doch noch mal."
    
    Ich gab ihm zumindest dieses Versprechen. Ich hatte aber schon eine Ausweichmöglichkeit. Adrian, der Leiter der philosophischen Fakultät, für den ich einmal übersetzt hatte, besorgte sich über Bob meine Telefonnummer. Zum letzten Mal hatte ich ihn vor über einem Jahr in einer Vorstellung ...
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