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HomoLepus 07
Datum: 23.04.2021, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byAldebaran66
... aus dem Licht der Scheinwerfer zu gehen und setzte mich in den Schatten. Hier blieb ich dann, bis Sandra wiederkam. Sie sah zufrieden aus, also hatte es mit den Fotos so geklappt, wie sie es sich ausgedacht hatte. Besser war das auch, denn noch einmal wollte ich das nicht machen, denn ich schwamm immer noch im eigenen Saft. Ich musste langsam raus aus dem Fell. Das konnte ich allerdings erst, als wir später zum Landgut fuhren und ich in meinem Bad war. Eine Dusche wie diese war etwas, was mit Geld nicht aufzuwiegen war. Ich stand minutenlang unter dem mal heißen, mal kalten Strahl und ließ ihn auf meine Haut prasseln. So erfrischt und gesäubert zog ich mich wieder an und trat aus dem Badezimmer auf den Flur. Hier erschrak ich fürchterlich, als Sandra direkt neben mir auftauchte. Sie lachte, als sie sah, wie ich gewaltig zusammenzuckte. Dann nahm sie mich an die Hand, was in der Art das erste Mal geschah und wir gingen den Flur weiter nach hinten. Hier war ich noch nie gewesen, denn ich kannte nur die vorderen Räume. Die dahinter Liegenden waren mir bis jetzt nicht zugänglich gewesen. Vor einer der anderen Türen blieben wir stehen und Sandra öffnete sie langsam. In ihm war es vollkommen dunkel, nicht ein Licht war zu erkennen und Sandra hielt plötzlich von hinten ihre Hand vor meinen Sehschlitz. Dann drückte sie mich nach vorne und ich betrat den Raum, während ich hinter uns die Tür zuschlagen hörte. Nach drei Schritten blieben wir stehen und Sandra nahm ihre ...
... Hände weg. Das brachte mir allerdings überhaupt nichts, denn seitdem die Tür geschossen war, fiel auch durch diese kein Licht mehr in den Raum. Es war so dunkel, dass ich die Hand nicht vor Augen gesehen hätte. Dazu umgab mich eine solche Stille, dass jedes von mir selber erzeugte Geräusch doppelt laut klang. Das einzige Geräusch, das ich außer meinem eigenen hörte, war Sandras Atem. Doch dann änderte sich alles. Zuerst meinte ich einen schwachen Lichtschimmer zu erkennen, der langsam heller wurde. Dabei bemerkte ich viele Gestalten, die um uns herum standen, bis ich merkte, dass diese Gestalten alle ich selber waren. Ich drehte meinen Kopf und sah immer wieder mich selber. Zuerst ein beängstigendes Gefühl. Aber dann erkannte ich auch, woraus diese Täuschung bestand. Der Raum war achteckig ausgelegt und vollkommen verspiegelt. Selbst die Decke und der Boden bestanden aus Spiegeln, die sich gegenseitig die Bilder zuwarfen und einen selber bis ins endlose ablichteten. Zuerst verwirrend, aber mit der Zeit und dem inzwischen helleren Licht einfach grandios. Egal wo man hinsah. Man konnte sich selber aus den verschiedensten Winkeln betrachten und entkam gleichzeitig seinen eigenen Augen nicht. Zum ersten Mal konnte ich mich jetzt vollkommen betrachten und war schnell der Meinung, dass es keinen rosa Hasen gab, der so gut aussah wie ich. Fein gebürstet das Fell, nicht dick und aufrecht im Stehen. So sah ich mich gerne. Eine Wohltat für meine Augen. War ich bis vor wenigen ...