-
HomoLepus 07
Datum: 23.04.2021, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byAldebaran66
... verloren war. Sollte es so sein, musste der erste Impuls von ihr ausgehen. Ich hatte keine Ahnung, wie ich mit ihr in Verbindung treten konnte. Hatte ich doch weder Adresse noch Telefonnummer. Spät am Abend kam Anna nach Hause. Sie wunderte sich ein wenig darüber, dass ich da war. Hatte ich ihr doch gesagt, dass es dauern könnte. Doch sie nahm es so hin, wie es war. Als sie in die Küche kam, in der ich immer noch saß, lächelte sie mich an und machte sich wie jeden Abend ein Brot. Ich brauchte sie gar nicht fragen, wo sie gewesen war, denn ich konnte es jetzt auch riechen. Immer wenn sie vom Pizzakurierdienst zurückkam, roch sie so lecker nach dem, was sie ausgefahren hatte. Ein Gemisch aus Salami, Schinken und Käse, dazu im Hintergrund etwas von Thunfisch und Ananas. Dann setzte Anna sich zu mir an den Tisch und biss von ihrem Brot ab. Dazu hatte sie sich eine dampfende Tasse Cappuccino gemacht, die jetzt ebenfalls auf dem Tisch stand. Während sie jetzt Happen für Happen kaute und dabei schluck für schluck die Tasse leerte, sah sie mir schweigend ins Gesicht. Zu gerne hätte ich in diesem Moment gewusst, was in ihrem kleinen Köpfchen vorging. Ihr Äußeres verriet es nicht, dazu war ihr Gesichtsausdruck zu gleichmäßig. Sie runzelte nur einmal die Stirn, als sie sah, wie ich meine Tasse anhob, um mir den Strohhalm in den Mund zu schieben. Sie hatte gesehen, dass meine Hand aus dem Fell schaute, was zuvor nicht der Fall gewesen war. Doch ihre Aufmerksamkeit ließ ...
... schnell nach. Dafür widmete sie sich wieder dem Essen und vertilgte es mit einer augenscheinlichen Zufriedenheit. Zum Schluss trank sie den Rest des Cappuccino in kleinen Schlucken, bis die Tasse bis auf den letzten Rest geleert war. Daraufhin brachte sie Tasse und Brotbrett zur Spülmaschine, räumte beides hinein und kam zum Tisch zurück. Kaum saß sie wieder, stützte sie ihren Kopf auf ihre Hände auf, deren Ellbogen auf dem Tisch auflagen. Jetzt schaute sie mich mit ihren großen, runden Kulleraugen von unten her an und mir wurde ganz warm ums Herz. So konnte wohl nur sie schauen, diesem Dackelblick konnte man nicht widerstehen und ich wäre am liebsten aufgestanden, um sie zu streicheln. Aber ich ließ es bleiben. Wieder versuchte ich zu ergründen, was in ihrem Köpfchen vor sich ging, aber auch jetzt kam mir keine Erleuchtung. Ihre Gedanken waren zu sehr verborgen, traten nicht an die Oberfläche. Wohl zehn Minuten sahen wir uns so an, dann stand ich auf und ging ins Wohnzimmer. Hier machte ich den Fernseher an und sah mir eine einigermaßen interessante Sendung an. Anna kam wenige Minuten später hinterher. Sie setzte sich zu mir mit auf das Sofa und schaute ebenfalls auf die Mattscheibe. Doch schon wenig später gähnte sie mehr als offensichtlich und man hätte ihr bei dementsprechendem Licht bis auf die Mandeln schauen können. Daraufhin machte sie es sich gemütlich. Sie hob ihre Beine mit auf das Sofa, streckte sich ein wenig weiter auf dem Sofa aus und legte sich dann so hin, ...