-
HomoLepus 07
Datum: 23.04.2021, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byAldebaran66
... anscheinend nichts aus. Im Gegenteil. Sie war es, die sich mehr dagegen drückte, als es nötig tat. Dabei wackelte sie ab und zu mit ihrem Kopf ein wenig Hin und Her. Nicht viel, kaum zu sehen aber sehr gut zu spüren. Dies war nicht dazu gemacht, damit er sich wieder in die Ausgangsposition brachte. Er blieb stattdessen in einem Stadium. Ein Stadium des Abwartens. Noch nicht steif, aber in der Lage es sofort zu werden, wenn es für ihn nötig erschien. Wieder einmal hatte er sich meinem direkten Willen entzogen. Machte, was er wollte und das nervte ein wenig. Sorgte er doch des Öfteren für peinliche Situationen. Dies fing schon in der Schule an. Kaum wurde man langsam zum Mann, schon reichte ein Luftzug und man konnte nicht mehr aufstehen. Wenn man in diesem Moment an die Tafel gerufen wurde, war einem der Spott der anderen sicher. Entweder man lief gebückt, dann wussten es alle, oder man lief gerade und alle sahen es. Eine wirklich gute Alternative gab es schon damals nicht. Wie oft brachte er einen dann immer wieder in Verlegenheit. Wie oft war eine oder mehr Stationen im Bus weitergefahren, weil sich vor mir eine Frau gebückt hatte oder im Sommer ihre Figur zu gut zu erkenne, war. Wie oft war ich länger im kalten Wasser eines Sees geblieben, weil ich ein paar mehr als gut gebaute Badenixen gesehen hatte. Immer wieder das Gleiche. Und was sagte mein Gehirn dazu? Gar nichts. Ließ es einfach geschehen, da half mir mein Willen auch nicht weiter. In dem Moment an etwas ...
... anders zu denken brachte nichts, jedenfalls nicht sofort oder es war sowieso schon zu spät. Diese und ähnliche rückwirkende Gedanken schossen mir durch den Kopf, aber auch diesmal brachte es nichts. Es war, wie es war. Ließ sich nicht ändern. Aber zum Glück machte es Anna nichts aus. Sie zeigte es zumindest nicht. Spät, sehr spät am Abend erhob sich Anna wieder und ging ins Schlafzimmer. Ich hörte sie noch einen Moment dort herumrumoren, dann herrschte Ruhe. Das war auch so eine Art an ihr, die ich verwirrend fand. Von einem Augenblick auf den anderen kam ihr etwas in den Sinn und sie führte es aus. Dabei konnte man noch Sekunden zuvor nichts davon ahnen und so kam es mir vor, als wenn in ihr ein Bogen gespannt bereitlag. Irgendwann oder irgendwas ließ diesen Bogen dann abfeuern und sie setzte dies unvermittelt um. Vielleicht war gerade dies eine ihrer Eigenschaften, die ich an ihr mochte. Hieß es nicht, dass Gegensätze sich anzogen. So gesehen mussten wir geradezu aneinander kleben, denn Spontanität war eine Eigenschaft, die bei mir so gut wie gar nicht zu finden war. Bei mir musste alles im Voraus geplant werden. Ich kannte ein Pärchen, denen es durchaus mitten in der Nacht einfallen konnte, ein Zimmer komplett umzustellen. Sie hatten sogar einmal damit angefangen ihr Wohnzimmer zu renovieren und das um zwei Uhr morgens. Die beiden hatten einfach geholt, was sie hatten, das Zimmer ausgeräumt und mit den Farben gestrichen, die sie noch im Keller gefunden hatten. Gut, ...