1. Die Beerdigung


    Datum: 14.05.2021, Kategorien: Erotische Verbindungen, Autor: bybeyond40

    ... zunehmenden Kontrollverlust, was sich in der Art und Weise ihrer fordernden Bewegungen aber eben auch in der Lautstärke ihrer Lustbekundungen manifestiert. Leise Orgasmen beherrscht Sara nicht, und ich lasse mich nur allzu oft mitreißen. Das wird dann zum Problem. Bestenfalls stöhnt Sara ihren Höhepunkt in meine Halsbeuge und verbeißt sich dabei sehr gern in meiner Schulter. Und wenn die Umstände es alle paar Wochen einmal erlauben, alle Hemmungen fallen zu lassen, zerkratzt sie mir in ihrer ungezügelten Art mit lautem Jubel jedes Mal den Rücken. Wie auch immer, ohne Blessuren komme ich selten davon. Ich liebe sie dafür.
    
    Heute wäre wieder einmal so eine Gelegenheit und zwar in genau 20 Minuten.
    
    Ich fass es nicht:
    
    An Station 9 steigt Frau Strohmeier ein, die hat mir jetzt gerade noch gefehlt. Sie wohnt bei uns im Dorf zwei Häuser weiter, eine ältere Dame, eine unermüdliche Kämpferin für Sitte und Moral, die mit ihrer Konsequenz und ihrem Sendungsbewusstsein jedem Taliban das Wasser reichen könnte. Ihr ist es hauptsächlich zu verdanken, dass wir diesen ganzen Aufwand betreiben müssen, nur um alle paar Wochen mal ungebremst drauflos zu poppen, und das auch nur für maximal 10 Minuten.
    
    Ich gebe ja zu, dass die Nummer, die wir damals zum Einzug in unser Haus und zur Einweihung unseres Schlafzimmers geschoben haben, etwas grenzwertig war, zumal wir auch vergessen hatten, das Fenster zu schließen. Die Strohmeiersche konnte im ersten Moment auch nicht recht lokalisieren, ...
    ... woher die lustvolle Beschallung kam. Aber dieses Weib legte sich auf die Lauer, und zwei Tage später hatte sie uns dann, trotz diesmal geschlossener Fenster. Und statt uns höflich zu bitten, doch etwas vorsichtiger zu agieren, hat sie uns gleich angezeigt wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses oder irgend so ein Mist. Den Beamten, die dann tätig werden mussten, war es auch sichtbar peinlich, aber was sollten sie machen, sie konnten es ja nicht unter den Tisch kehren.
    
    Und damit nicht genug:
    
    Frau Strohmeier versuchte, den ganzen Ort gegen uns aufzuwiegeln und hatte es tatsächlich auch geschafft, einige dieser personifizierten Kittelschürzen um sich zu scharen, die nunmehr ein wachsames Ohr auf unser Haus richteten, um bei jedem noch so unterdrückten Juchzer, der uns entwich für das zu sorgen, was sie für Recht und Ordnung hielten.
    
    Vor allem die Jüngeren der Dorfbewohner hielten aus nachvollziehbaren Gründen zu uns und ermunterten uns, der dörflichen Spießigkeit etwas entgegenzusetzen. Aber die Ansage der Staatsmacht war eindeutig: Wiederholungen werden teuer.
    
    Seitdem poppen Sara und ich nur noch schallgedämpft.
    
    Wie gern würde ich jetzt aufstehen und ihr zurufen:
    
    „Hör zu, du altes Schrapnell. Irgendwann in absehbarer Zeit wird deine Beerdigung sein, und dann werden wir es zu viert treiben, damit du schon mal Bescheid weißt."
    
    Ich erschrak über mich selbst.
    
    Wenn es in meinem Leben nicht schon tausend andere Gründe dafür gegeben hätte, spätestens für diesen ...
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