1. Studenten Urlaub Die Ankunft


    Datum: 11.06.2021, Kategorien: Insel der Scham, Autor: Anonym

    ... abwechslungsreiche Aspekte in das Getränk bringt. Schwenken jedoch stellt die unprofessionellste und ineffektivste Art der Mischgetränkherstellung dar und wird von mir, da ohne Hilfsmittel in jeder, wie auch dieser Situation, möglich, bevorzugt. Das Ergebnis ist, dass jeder Schluck anders schmeckt. Der erste nach Gummibärchen vom Ginger Ale, der zweite nach Fusel vom in Flugzeugen üblichen Johnny Walker Red Label, dann wieder Gummibärchen usw. Das Tolle an diesem Getränk ist, dass es mich, insbesondere wenn die letzte Mahlzeit und auf diesem City-Hopper-Kranich-Flug gab es ja nichts mehr als 12 Stunden zurück liegt, in einen tiefen, traumlosen Schlaf versetzt; selbst dann, wenn ich eigentlich den Punkt eines möglichen sanften Wegdösens längst verfehlt hatte.
    
    So verschlief ich also einen Großteil des Flugs und wurde nur dadurch geweckt, dass Ute mir ihren Ellbogen in die Rippen rammte und bemutternd Du musst mal was essen! sagte. Eine Stewardess reichte gerade kleine Tabletts in die Reihen und, da ich einen schrecklich trockenen Mund hatte die Kälte in der schlaflosen Nacht war ja nicht genug, meinen Schleimhäuten musste auch noch die trockene Flugzeugluft zusetzen bestellte ein Bier dazu, was ich sofort in zwei Cola und Kopfschmerztabletten korrigierte, weil ich einerseits feststellte, dass es sich wohl um Frühstück handeln sollte, ich mir andererseits durch dass Coffein/Aspirin-Gemisch Erleichterung für meine Neben-/Stirn-/sonst was-Höhlen erhoffte. Ich frühstückte, ließ ...
    ... die Droge wirken und blätterte den Rest des Fluges in Bernds Reiseführer.
    
    Wir landeten, Ute hatte Bernd noch aufgeklärt, dass nur bei Pauschalreisen im Mittelmeerraum geklatscht würde, was er dankend annahm, sich jedoch für den Fall, dass sich Ute irrte, bereit hielt. Der Ablauf war perfekt organisiert, wir nahmen unser Gepäck entgegen, Ute konnte noch die 100 Euro, die ihr ihr Vater zugesteckt hatte in Dollar tauschen, wir wurden in einen Bus gesetzt, der uns zum Hafen brachte und dort ging es auf einen großen weißen Hochseekatamaran, der uns in zwei Stunden nach Shame-Island bringen würde. Das Schiff legte ab und ein Coast-Guard Schiff begleitete uns. Die Seeluft und die warme Sonne linderten den Druck in meinem Schädel. Da für Bernd noch nichts interessantes zu sehen war, entschloss er sich zu dem Wahnsinn, seinen bisher nicht gerade sonnenverwöhnten Körper auf dem Sonnendeck der Vormittagssonne der karibischen See auszusetzen, was mir Recht war. Wir indes versuchten jemanden zu finden, der schon mal auf Shame-Island gewesen war, was uns aber nach kurzer Zeit aussichtslos erschien. Daher griffen wir Utes Vorschlag auf, den Kapitän nach Sinn und Zweck der Coast-Guard zu befragen. Auf der Brücke wurden wir freundlich empfangen. Juan der Kapitän ging wohl auf die 60 zu, hatte kurzes, aber kräftiges schwarzes Haar mit einigen wenigen hellgrauen Einzelhaaren darin und einen buschigen schwarzen Vollbart. Er trug ein kurzärmliges, gestärktes blaues Hemd und weiße lange Hosen ...
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