1. Auf der Straße nach Süden


    Datum: 20.06.2021, Kategorien: Erotische Verbindungen, Autor: byLysandro

    ... Handtuch und dachte an Francesca und Paolo und an so viele andere Dinge, die aus dem trüben Himmel auf mich hinab regneten. Die Sonne sank nun immer tiefer und der Wind vom Meer frischte jäh auf. „Gehn wir", sagte Martin, „mir müssen noch in den Supermarkt." Wir waren schnell angezogen. Sie waren fröhlich. Lili neben mir. Ich hatte dennoch ein ungutes Gefühl.
    
    Üppige Reihen in Neonlicht, sterile Kühle zwischen den Regalen, erwartete uns in der Mall-artigen Einkaufsbastion, die wir enterten, um unseres leibliches Wohl für die nächste Woche zu sichern. „Schaut's amol, die Fischtheke!", rief uns Sigrid zu, ihre blonden Locken erregt schüttelnd. Und in der Tat, es gab eine reichhaltige Auswahl an Meeresgetier labbrig auf Eis geschlagen hinter dem angelaufenen Vitrinenglas. Wir kauften Kalamare, wir kauften Garnelen und beschlossen diese mit Spaghetti zu bereiten. Martin und Quirin kauften dazu Wein, einen weißen Landwein. Ein leichtes Tröpferl, ideal zum Fisch. Ich wollte schon fast dazwischen grätschen, darauf hinweisen, ob wir jetzt unsere Eltern zu parodieren gedachten, ob wir es so nötig hätten, uns wie präpotente Arschlöcher aufzuführen, halbwissende Italien-Kenner, aber ich verkniff es mir. Auf dem Weg nach droben lief laut Andreas Gabalier, Wer ist so stoark, wer ist so superstoark: Mountain Man -- es waren nun alle Hemmungen gefallen, jedenfalls akustisch und begrifflich, ich ahnte böses.
    
    Der Fisch schmeckte tranig. Alles war falsch zu Tisch, vorgeblich. Man meinte ...
    ... etwas anderes, die Worte prasselten zwischen uns her, waren aber zwecklos, weil nur einem Ziele zugedacht. Was war das Magisches zwischen Quirin und ihr? Eine moirische Anziehungskraft. Dann der jähre Vorschlag hinunter zum Pool zu gehen. Ich hatte verloren und es blieb mir nichts, außer gleich dem ruinierten Poker-Spieler würdig mit süßem desperatem Lächeln über die Kante in den Abgrund zu springen.. Sitzen bleiben, nein keine Lust mitzugehen, immer lächeln, obwohl die Tränen schon einschießen, alles liebe ertränken.
    
    Sie waren nackt da unten zu Werke. Verschwommen, verzerrt drang ihr Lachen herauf, wie aus einem fernen Radio. Ich hatte nicht mal ein Drama gemacht, ein gfeides Trauerspiel aufgeführt, „geh nicht" geblökt, wer, wenn ich schriee, hörte mich denn aus der Engel Ordnungen", zitierte, lachte höhnisch, weinte ich, verzweifelte ich postwendend. Es ist nur Sex, aber warum? So plump, mich zu betrügen einerseits, so ehrlich andererseits, es so offensichtlich zu tun. „Bösartig sind die Menschen", dachte ich, während Quirin unten auf einer Liege am Pool meine Freundin vögelte.
    
    Der Quirin und die Lili fanden sich ja schon in der Grundschule ganz leiwand. Die waren ja schon mal in love in der achten Klasse. Des ist doch klar, dass jetzt ... Wären wir im 18. Jahrhundert hätten wir jetzt den Ehrenhändel. Pistolenduell, eine Kugel in seinen blöden Schädel. Und dann heißt's „Lili, du bleibst jetzt bei mir." Zerbröselnde Konstrukte, antik, überkommen, drunten am Pool zwei ...