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Immer mit dem Wind
Datum: 26.06.2021, Kategorien: 1 auf 1, Autor: Kastor Aldebaran
... mir eher etwas ranzig vor, vielleicht war aber auch ich selber derjenige, der so muffelte. Dann nahmen wir von den Früchten, ob bekannt oder unbekannt und genossen diese wohlschmeckende Erfrischung. Gesprochen wurde nur wenig. Eher nebenbei und es waren eher Floskeln die ausgetauscht wurden. Frei nach dem Motto, was so in Europa los war und ähnliches. Es hatte nichts mit dem zu tun, was wir hier wollten oder warum wir hier waren. So widmete ich mich mehr den Früchten als der Konversation, denn darin war ich wirklich kein Meister und Richard noch weniger. Vor uns hin futternd saßen wir wohl eine Stunde dort und schlugen uns die Bäuche voll, bis nichts mehr hinein ging. Ab und zu wurde dann Nachschub gebracht und ich konnte jetzt die Frauen mit mehr Interesse und Muse betrachten. Sie sahen mich dann ab und zu ein wenig verstohlen an, kicherten dann an und ab und verschwanden wieder. Wenig später waren wir gut gesättigt und erst jetzt wurden Richard und ich höflich, aber bestimmt aus der Lehmhütte gewiesen. Nur der Alte und John verblieben noch darin. Sie hatten also etwas zu besprechen, was nicht für unsere Ohren bestimmt war. Wahrscheinlich irgendwelche Geschäfte von denen wir sowieso nichts verstanden hätten. Also tragen wir nach draußen und sahen uns etwas um. Das allgemeine Interesse an uns war anscheinend befriedigt, denn man nahm nur noch wenig Notiz von uns, nur ein paar Kinder kamen etwas näher und betrachteten uns immer noch neugierig. Da erinnerte ich mich ...
... noch einiger Taschenspielertricks die ich auf den langen Fahrten und Flauten zuvor gelernt hatte. Kleine Zauberkunststücke die man mit dem ausführen konnte was man gerade hatte. Ein Bindfaden, ein Stück Papier, eine Münze. Diese oder ähnliche Dinge reichten vollkommen aus. So setzte ich mich einfach auf den Boden und begann damit eine kleine Vorstellung zu geben. Nicht lange und nicht nur die Kinder umringten mich, sondern auch viele der übrigen Bewohner kamen und sahen mir zu, wobei ich bemerkte, dass gerade die Frauen es waren, die neugierig versuchten hinter das Geheimnis der Tricks zu kommen. Klar, ab und zu ließ man den einen oder anderen Trick, wie zufällig schief gehen, was dann allgemeines Gelächter oder ein langgezogenes Ahhhh hervorrief. Aber bei den meisten blieb man im Geheimen. Dabei konnte man dann auf den Gesichtern genau sehen, wie sehr sie damit beschäftigt waren, es doch noch zu lösen. So verging die Zeit wie im Fluge und wir machten uns sicher viele Freunde, denn wer so mit Kindern und Frauen umging, der konnte nichts Schlechtes wollen. Und uns war das sowieso fern. Kaum waren wir fertig, kam der Kapitän aus der Hütte, gefolgt von John und beide verabschiedeten sich freundlich und sichtlich zufrieden voneinander. Diesmal begleiteten uns nur zwei der Männer zurück zum Schiff und ich wunderte mich unheimlich, als wir nur zehn Minuten später dort ankamen. Hin zum Dorf in einer Stunde, zurück in zehn Minuten. Erst da ging mir ein Licht auf. Wir waren auf dem ...