1. Immer mit dem Wind


    Datum: 26.06.2021, Kategorien: 1 auf 1, Autor: Kastor Aldebaran

    ... und lungerten ein wenig an Deck herum. Zu gehen war uns noch nicht erlaubt worden und so versahen wir unseren Dienst, auch wenn es nicht viel zu tun gab. Ein wenig klar Schiff machen, ein wenig Deck schrubben. Mehr blieb uns nicht zu tun. Als auch diese wenigen Handgriffe erledigt waren, setzen wir uns hin wo wir gerade waren und waren zum Müßiggang verurteilt.
    
    Erst jetzt sahen wir einmal den Mast herauf und entdeckten die gelbe Fahne. Uns war nicht bewusst, warum wir unter Quarantäne standen, keiner war auch nur annähernd krank, aber es hielt zumindest die Hafenarbeiter fern. So erkannten wir schnell, dass es nur eine Finte des Alten war, neugierige Menschen von uns fern zu halten. Eins musste man ihm lassen, dumm war er nicht.
    
    Wenige Stunden später kam er dann wieder und man sah ihn wirklich lächeln. Er trug einen schwer aussehenden Beutel mit sich und wenig später saß er an einem hastig auf dem Deck aufgebauten Tisch. Jeder Mann der Mannschaft trat einzeln vor und bekam einen Anteil, der wahrscheinlich bei den meisten mehr Wert war, als die normale Heuer. Ein allgemeiner Jubel setzte ein der noch anschwoll, als wir endlich die erlösenden Worte hören, von Bord gehen zu dürfen.
    
    Genau in dem Moment hielt eine weitere Kutsche in der Nähe des Schiffs. Um es kurz zu sagen, Hassan war gekommen um Richard und mich abzuholen. Ich kann nicht sagen, dass wir es ablehnten.
    
    Ach ja, auf der Fahrt zu dem Anwesen erzählte er voller Begeisterung, dass er bald nicht mehr der alleinige Erbe sein würde. Die junge, dritte Frau seines Vaters wäre mit Zwillingen schwanger.
    
    Mir wurde heiß!
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